# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S230 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 230 Theologische Axiome. 68. Secundum evangelium seu, ut loquuntur, de jure divino nulla jurisdictio competit episcopis, ut episcopis, h. e. his, quibus est commissum ministerium verbi et sacramentorum, nisi remittere peccata, item cognos- cere doctrinam et doctrinam ab evangelio dissentientem rejicere et impios, quorum nota est impietas, excludere a communione ecclesiae, sine vi hu- mana, sed verbo. (August. Conf.) „Derhalben ist das bischöfliche Amt nach göttlichen Rechten: das Evan- gelium predigen, Sünde vergeben, Lehre urtheilen, und die Lehre, so dem Evangelio entgegen, verwerfen, und die Gottlosen, dero gottlos Wesen offen- bar ist, aus christlicher Gemeine ausschließen, ohne menschliche Gewalt, son- dern allein durch Gottes Wort.“ (Augsb. Conf.) 69. Non igitur commiscendae sunt potestates ecclesiastica et civilis. (August. Conf.) „Darum soll man die zwei Regiment, das geistlich und weltlich, nicht in einander mengen und werfen.“ (Augsb. Conf.) *) 70. Das geistliche Regiment ist allein auf die Sünde gestellet. Wo die Sünde angehet, da soll dieses Regiment auch angehen, und sonst nicht. Wir reden aber hier von Sünden, das rechte und wahrhaftige Sünden sind, die kein Mensch erdacht hat, sondern darin wir geboren sind; die wider Gottes Gebot sind und dawider Gottes Gebot zeuget, nicht allein der Menschen Gebot. (Luther.) 70. 1 Cor. 3. Paulus exaequat ministros, et docet, ecclesiam esse supra ministros. (Art. Schmalc.) „1 Cor. 3. machet Paulus alle Kirchendiener gleich und lehret, daß die Kirche mehr sei, denn die Diener.“ (Schmalk. Art.) 71. Sic ait (Paulus): Omnia vestra sunt, sive Paulus, sive Apollo, sive Cephas, id est, nec coeteri ministri, nec Petrus sibi sumat dominatio- nem aut superioritatem supra ecclesiam, non onerent ecclesiam traditioni- bus. (Art. Schmalc.) „So spricht er: Es ist alles euer, es sei Paulus, oder Apollo, oder Cephas, das ist, es darf weder Peter noch andere Diener des Wortes ihnen zumessen einige Gewalt oder Oberkeit über die Kirchen; niemand soll die Kirchen beschweren mit eignen Satzungen.“ (Schmalk. Art.) 72. Weder der Pabst, noch Bischof, noch einiger Mensch hat Gewalt, eine Sylbe zu setzen über einen Christenmenschen, es geschehe denn mit sei- nem Willen, und was anders geschieht, das geschieht aus einem tyrannischen Geist. (Luther.) 73. Ein Bischof, als Bischof, hat keine Macht, seiner Kirche einige Satzung oder Ceremonie aufzulegen, ohne Einwilligung der Kirche in klaren Worten oder auf stillschweigende Art. Weil die Kirche frei und eine Herr- *) Hierbei erinnern wir an Luther's noch jetzt gültige Klage vom Jahre 1543: „Sa- tan bleibt immerhin der Widersacher. Unter dem Pabst hat er die Kirche unter das weltliche Regiment gemischt; zu unserer Zeit will er das weltliche Regiment unter die Kirche mischen.“ (Opp. Hal. XXI, 1326.)