# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1863_S226 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 226 Theologische Axiome. 40. Ubicunque est ecclesia, ibi est jus administrandi evangelii. Quare necesse est, ecclesiam retinere jus vocandi, eligendi et ordinandi ministros. Et hoc jus est donum proprie datum ecclesiae, quod nulla humana autoritas ecclesiae eripere potest. (Art. Schmalc.) „Wo die Kirche ist, da ist je der Befehl, das Evangelium zu predigen, darum müssen die Kirchen die Gewalt behalten, daß sie Kirchendiener fordern, wählen und ordiniren, und solche Gewalt ist ein Geschenk, welches der Kirchen eigentlich von Gott gegeben und von keiner menschlichen Gewalt der Kirchen kann genommen werden.“ (Schmalk. Art.) 41. Postremo etiam hoc confirmat sententia Petri: Vos estis regale sacerdotium; quae verba ad veram ecclesiam pertinent, quae, cum sola habeat sacerdotium, certe habet jus eligendi et ordinandi ministros. (Art. Schmalc.) „Zum letzten, wird solches auch durch den Spruch Petri bekräftiget, da er spricht: Ihr seid das königliche Priesterthum. Diese Worte betreffen eigentlich die rechte Kirche, welche, weil sie allein das Priesterthum hat, muß sie auch Macht haben, Kirchendiener zu wählen und ordiniren.“ (Schm. Art.) 42. Quae ad omnes pertinent, cum consensu omnium fieri debent. (Leo.) Was Alle angeht, muß mit Aller Einstimmung geschehen. 43. Aequum est, ut, qui praeponendus est omnibus, ab omnibus eligatur. (Concil. Aurelianens. III. a. 538.) Es ist billig, daß, wer allen vorzusetzen ist, von allen erwählt werde. 44. Cum in ecclesia sint tres distincti status sive ordines, ecclesiasticus, politicus et oeconomicus, sive presbyterium, magistratus et populus, ideo nullus status ecclesiae a vocatione est simpliciter excludendus. (Gerh.) Da in der Kirche drei unterschiedene Stände sind, der kirchliche, bürgerliche und häusliche, oder das Presbyterium, die Obrigkeit und das Volk, daher ist kein Stand der Kirche von der Berufung durchaus auszuschließen. 45. Ipsa plebs maxime habet potestatem vel eligendi dignos sacerdotes vel indignos recusandi. (Cyprian.) Gerade das Volk ist es, welches Macht hat, würdige Priester zu wählen, unwürdige zurückzuweisen. 46. Ne quis detur invitis. (Leo.) Niemand soll einer Gemeinde wider ihren Willen aufgedrungen werden. 47. Nullus ex statibus juri vocationis renuntiare potest. (Kromayer.) Kein Stand kann dem Rechte der Berufung entsagen. 48. Distinguendum est inter cessionem juris vocandi et solius exercitii; illa negatur, haec toleratur, si fiat prudenter. (Kromayer.) Es ist ein Unterschied zu machen zwischen dem, daß man sich des Berufungsrechtes selbst und daß man sich nur der Ausübung desselben begibt; jenes wird verneint, dieses geduldet, wenn es mit Vorsicht geschieht.