# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1863_S222 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 222 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Wirkung unseres Bürgerkriegs. So schreibt Dr. Schaff in seiner neuen homiletischen Zeitschrift im Juniheft: „Die Amerikaner sind unläugbar ein eitles übermüthiges und prahlerisches Volk. Aber unter der Decke dieses Nationalfehlers verbirgt sich doch ein sehr tiefer sittlicher und religiöser Ernst. Das kommt in dem gegenwärtigen Bürgerkriege sehr deutlich überall zu Tage. Die stereotypen Prahlereien der politischen Zeitungen repräsentiren nur die Oberfläche, die schäumenden und wechselnden Wellen und Wogen des aufgeregten Nationallebens und seiner kämpfenden Leidenschaften. In der Tiefe geht ein Proceß gründlicher nationaler Demüthigung vor sich, den die Vorsehung durch die gewaltigen Predigten der wiederholten Niederlagen auf den Schlachtfeldern mit uns vernimmt.“ Gott gebe, daß dem so sei. Wir müssen gestehen, daß wir von dieser Wirkung wenig spüren, auch wenn wir in die religiösen Zeitschriften blicken. Amendment zur Constitution der Ver. Staaten. Unter diesem in einer kirchlichen Zeitschrift gewiß schon nicht wenig auffälligen, Titel veröffentlicht auch, ohne ein Wort der Bemerkung, der „Lutheran and Missionary“ vom 11. Juni d. J. folgende Addresse, die an die evangelischen Denominationen der Christen in den Ver. Staaten ergeht: „Theure Brüder. Bei einer Versammlung von Pastoren und Gliedern verschiedener evangelischer Denominationen der Städte Pittsburg und Alleghany in der ersten Cumberland-Presbyterianerkirche, am 8. und 11. Mai, wurden nachstehende Vorschläge angenommen: 1. Daß es die Meinung dieser Versammlung sei, es solle ein Amendment, lautend wie folgt, in das Vorwort zur Constitution der Ver. Staaten eingefügt werden. Das vorgeschlagene Amendment sind die in Klammern eingeschlossenen Worte des Satzes: „„Wir, das Volk der Ver. Staaten, [anerkennend das Wesen und die Eigenschaften des Allmächtigen Gottes, die göttliche Autorität der h. Schrift, das Gesetz Gottes als die Hauptregel und Jesum, den Messias, Heiland und HErrn aller Dinge], um eine vollkommnere Union zu bilden ꝛc.““ 2. Daß am nächsten 4. Juli ein religiöses National-Concil in der Stadt Pittsburg gehalten werde, um das vorgeschlagene Amendment in Erwägung zu ziehen. 3. Daß jede evangelische Denomination eingeladen sei, vier Delegaten zu dem benannten Council zu senden. 4. Daß eine Committee ernannt werde, eine Einladung an die verschiedenen kirchlichen Körperschaften im ganzen Land ergehen zu lassen. — Wir, die Unterzeichneten, wurden als Committee ernannt, den letzten Vorschlag in Ausführung zu bringen. Gemäß dieser Ernennung laden wir daher die verschiedenen kirchlichen Körperschaften im Lande herzlichst ein, vier Delegaten zu der genannten Convention zu schicken, die in der ersten Vereinigten Presbyterianerkirche zu Pittsburg am nächsten 4. Juli Vormittag 10 Uhr gehalten werden soll, um zu erwägen, welches Verfahren in dem vorliegenden Fall das erwünschteste sein dürfte. R. Gracey, S. T. Steward, John Douglas, Wm. J. Reid. Armes Volk! wie lange werden dir deine blinden Blindenleiter Wege zur Rettung aus deinem großen Unglück vorschlagen, die doch vergeblich sind. Was halfs dem wahnsinnig gewordenen französischen Volk, daß es den abgesetzten Gott durch Volksbeschluß wieder einsetzte und anerkannte? — Man lese die Geschichte, die vieles, vieles lehren könnte. Nur Buße, Buße kann dir helfen. Darum hör' sie nicht, die Thoren, die dir anders rathen und deinen Hochmuth noch stärken und den Zorn Gottes häufen. C. II. Ausland. Hannover. So schreibt ein Freund aus Hannover unter dem 25. April dieses Jahres: „Leider kann ich von hier wieder nur Solches melden, das den Glauben übt und verzehrt, Nichts, das seiner Lampe Oel zufließen läßt. Das Land, dem von außen das Lob zuerkannt wurde, eine mächtige Schutzwehr der lutherischen Kirche sein und immer mehr werden zu wollen, ist, wie es scheint, ganz auf dem Wege, sich mit der gegenwärtigen un⸗