# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1863_S220 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 220 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. ten, sich von dem Bösen fern zu halten, ferner die Stelle 5 Mose 21, 18—21 vorgelesen und ausgelegt, und so nach dem Gesange und dem Gebete gieng die Versammlung auseinander. — — — — Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. America. Kirchenkomödie. Eine solche hat wieder neulich der bekannte Abolitionisten-Preacher Beecher, dem, wie den meisten Abolitionisten, das Christenthum in Abolitionismus und anderen humanistischen Charlatanerien aufgeht, aufgeführt. Der „Evangelist“ vom 23. Mai schreibt hierüber: „Beifallsgeklatsch in einer Kirche beim Gottesdienst ist die neueste Erfindung unseres amerikanischen Kirchenthums. Henry Ward Beecher taufte am vorletzten Sonntag ein fünfjähriges Kind. Vor der Taufe trug er es auf seinen Armen in die Kanzel, damit alle es sehen könnten, denn es war ein außerordentlich schönes Kind. Dabei erzählte er, daß es ein Kind flüchtiger Negersclaven und von einem Gemeindeglied adoptirt sei. Diese Scene rief lebhaften Beifall hervor.“ Ein Bekenntniß zu Christo, als unserem Herrn und Heilande, hat bisher fast jede Proclamation unseres Präsidenten geziert. Der „Evangelist“ schreibt daher unter dem 23. Mai: „Daß Nichts von Christus in der letzten Fasttagsproclamation des Präsidenten gesagt wird, ist Vielen anstößig gewesen, da ja nur in Christo Gnade ist. Man hat diese Auslassung des Namens unsres Erlösers damit entschuldigen wollen, daß der Präsident Rücksicht auf die Juden genommen habe. Aber der Gouverneur von Süd-Carolina hatte keine solche Bedenken, als er kürzlich einen Bußtag ausschrieb, sondern er wandte sich in seiner Proclamation direct an die ,christlichen Einwohner' des Staates, und als mehrere Juden Einwand erhoben, antwortete er, daß seine Regierung das Christenthum als Staatsreligion anerkenne.“ Zeugniß der Wahrheit aus Feindes Mund. Pastor Gräß, ein Glied der Buffalo-Synode, schrieb unter dem 16. Febr. einen Brief an den von genannter Synode abgefallenen Pastor Habel, worin er denselben zur Buße ermahnt. Dieser Brief befindet sich im „Informatorium“ vom Monat Mai. Es heißt darin u. A.: „O daß Sie doch glauben könnten, daß in der Kirche Gottes kein Senior, kein Ministerium, keine Synode — aber auch kein Pastor und keine Gemeinde — die Herrschaft haben soll, sondern allein Gottes Wort (Ps. 119, 105. Joh. 8, 20.) in dem Munde der Gläubigen (und wenn es auch nur ein gläubiges Kind wäre), Ps. 8, 3. Gal. 2, 11—14.“ Wie oft geschieht es doch, daß falsche Geister eine Wahrheit nicht erkennen wollen, wenn dieselbe gegen sie gerichtet ist, aber alsobald einsehen, wenn dieselbe für sie brauchbar wird! Die americanische Bibelgesellschaft, welche im Monat Mai ihre 47. Jahresversammlung zu New York abhielt, hat im letztverflossenen Jahre 1,198,881 Bücher gedruckt; ihre Einnahme aus allen Quellen belief sich auf $422,588. Unter anderen wurde auch die Resolution eingebracht, daß „unsere gute alte englische Bibel“ als „ein reiches Erbe von unseren Vorvätern“ werthzuhalten und der Nachkommenschaft unversehrt zu überliefern sei. Ein beschämender Beschluß für unsere deutschen Theologen, die den ungleich größeren Schatz, welchen wir Deutschen an unserer „guten alten deutschen Lutherbibel“ besitzen, hinzugeben sich jetzt so bereit zeigen, indem sie offenbar ihr wissenschaftliches Interesse über das Heil des christlichen Volkes setzen. Aufrichtiges Geständniß. Der bisherige Redacteur des mennonitischen Volksblattes, mit Namen Stauffer, nimmt in der Nummer dieses Blattes vom 27. Mai