# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1863_S208 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 208 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. schen Nothwendigkeit sei, und man sieht leicht daß sich dieser Schluß nicht mit dem geringsten Schein auf die positiven Gesetze ausdehnen läßt. Da nun jene Gesetze eigentlich nur die mögliche Welt ausmachen, eine wirkliche Welt aber ohne diese individuellen Gesetze, ohne eine bestimmte Größe und Anordnung sich nicht denken läßt: so mußte man die Bestimmung dieser po⸗ sitiven Gesetze, die uns die Beobachtungen gelehrt haben, dem Zufall überlassen, um nicht auf eine mit Freiheit und Weisheit wählende Ursache zurückgeführt zu werden. Wenn man nun aber, nachdem die Welt Jahr⸗ tausende ohne Zerrüttung und Unordnung fortgedauert hat, durch die ge⸗ nauesten Beobachtungen und Rechnungen entdeckt, daß eben das, was wir positive Gesetze genannt haben, die Quelle dieser Ordnung ist, daß diese Ge⸗ setze gerade so bestimmt oder gewählt sind, wie es nöthig war, damit die Welt nicht Jahrtausende, sondern eine Ewigkeit hindurch in ihrem jetzigen Zustande bestehen konnte — kann man dann wohl noch an Zufall denken, wo Alles so deutlich Absichten und Pläne zeigt? Kann man dann noch die unendliche Weisheit verkennen, die für die Erhaltung ihres Werks nicht minder als für dessen Schönheit sorgte? — . . . . Es würde hier am unrechten Orte sein, diese Betrachtungen weiter auszuführen, die sich ohne Mühe auf unsern Gegenstand anwenden lassen. Wenn man gleich annimmt, daß das Grundgesetz aller himmlischen Bewegungen, die allgemeine Attraction jeder Masse im verkehr⸗ ten doppelten Verhältniß der Entfernung, ein Werk der Nothwendigkeit sei, weil ohne dasselbe keine Welt auch nur kurze Zeit bestehen könnte, daß folg⸗ lich die Gesetze, nach denen die Planeten Ellipsen um die Sonne beschreiben, und nach denen sie sich in diesen Bahnen gegenseitig stören, keine gesetzgebende Weisheit voraussetzen, — wenn man dies gleich annehmen will, obgleich sich die Unmöglichkeit anderer Gesetze nicht beweisen läßt: so kann man doch nicht leugnen, daß nun, diesen Gesetzen unbeschadet, unzählige Arten möglich waren, die Massen im Weltraume zu vertheilen, bei denen das Sonnensystem vielleicht Jahrtausende, aber nicht ewig bestehen konnte. Die in diesem Kapitel geführten Rechnungen, deren Resul⸗ tate allein auf der willkürlichen Vertheilung der Planetenmassen beruhen, welche wir durch die Beobachtungen kennen, und worüber sich gar keine Un⸗ tersuchung a priori, keine Nothwendigkeit denken läßt, beweisen dies aufs Deutlichste. Sie zeigen, daß bei einer andern Vertheilung eine gänzliche Umwandlung, bei einem andern Verhältniß der Bahnen vielleicht eine end⸗ liche Zerstörung des Sonnensystems erfolgen würde; daß aber durch die wirkliche Vertheilung für ewige Dauer desselben gesorgt ist. Wer ist fähig, diese erhabenen Wahrheiten zu begreifen, ohne voll Dank und Bewunderung die unendliche Weisheit anzubeten, die die vollkommenste Maschine zu ewiger Dauer bestimmte, in ihre erste Einrich⸗ tung den Keim der Unsterblichkeit legte und den Weltkörpern unübersteigliche Grenzen vorzeichnete, in denen ihr großer Sphärentanz ohne Verwirrung und Unterbrechung ewig fortdauern kann!"