# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1863_S207 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. 207 stimmens aller Axendrehungs⸗ und Umlaufsbewegungen der Planeten und Trabanten mit der Axendrehung der Sonne und des nahen Zusammenfallens ihrer Bahnebenen mit der Ebene des Sonnenäquators. Ein so merkwürdi⸗ ges Phänomen ist nicht die Wirkung des Zufalls; es zeigt eine allgemeine Ursache auf, welche alle diese Bewegungen bestimmt hat. Um die Wahr⸗ scheinlichkeit zu gewinnen, womit diese Ursache aufgezeigt ist, wollen wir be⸗ merken, daß das Planetensystem, wie wir es heute kennen, aus elf Planeten und achtzehn Trabanten besteht. Bekannt sind die Rotationsbewegung der Sonne, von zehn Planeten, der Trabanten des Jupiter, des Ringes des Sa⸗ turn und eines seiner Trabanten. Diese Bewegungen bilden mit denen des Umlaufs ein Ganzes von drei und vierzig Bewegungen, die in Uebereinstim⸗ mung mit einander ihre Bahn beschreiben, oder man findet, durch die Wahr⸗ scheinlichkeitsrechnung, daß man mehr als vier tausend Mil⸗ liarden (4,000,000,000,000) gegen eins setzen kann, daß diese Anordnung nicht die Wirkung des Zufalls ist; das bildet eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, als, die der histori⸗ schen Ereignisse, über welche man sich keinen Zweifel er⸗ laubt. Wir müssen also wenigstens mit derselben Zuversicht glauben, daß eine primitive Ursache den Planeten ihre Bahn angewiesen hat, zumal wenn wir erwägen, daß die Neigung der Mehrzahl dieser Bewegungen zum Son⸗ nenäquator sehr klein ist." Wir fügen diesem Citate noch ein anderes bei, das sich auf denselben Ge⸗ genstand bezieht. Der Petereburger Astronom F. Th. Schubert sagt in seiner Theoretischen Astronomie Bd. III. S. 336: „Es ist bereits an einer andern Stelle erinnert, daß ein wesentlicher Unterschied statt fände zwischen den absoluten und positiven, zwischen den nothwendigen und willkürlichen Gesetzen der Natur. Zu den erstern gehören nicht allein diejenigen, ohne welche eine Körperwelt gar nicht bestehen kann, wie z. B. die Undurchdringlichkeit, sondern man kann auch jedes allgemeine Gesetz dahin rechnen, das aus mehreren andern, es sei nun durch Zufall, durch Nothwen⸗ digkeit oder durch Weisheit, ausgewählt ist, wovon aber die wesentliche Ein⸗ richtung der Welt dergestalt abhängt, daß aus der Aufhebung eines solchen Gesetzes eine andere Physik, eine andere Welt entstehen würde: mit einem Worte, alle Gesetze, die sich durch einen allgemeinen theoretischen Satz aus⸗ drücken lassen. Die individuelle Art aber, wie diese allgemeinen Gesetze an⸗ gewandt sind, die Anordnung der einzelnen Theile des Ganzen, die Größe des Maßstabs, nach dem der Plan ausgeführt ist ꝛc., alles das ge⸗ hört zu den willkürlichen oder positiven Gesetzen. Der wesentliche Einfluß, den die absoluten Gesetze auf die ganze Natur haben, könnte die Folgerung rechtfertigen, die nicht selten gemacht ist, daß diese Gesetze zum Dasein einer Welt, die sich nicht selbst zerstören soll, durchaus unentbehrlich sind, und daher keinen andern Gesetzgeber haben als die Nothwendigkeit. Es würde daraus folgen, aber auch nur dieses, daß Alles, was aus den absoluten Gesetzen hergeleitet werden kann, Folge nicht einer freien Wahl, sondern einer sklavi⸗