# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1863_S204 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 204 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. Einfachheit, troß ihrer Unbestreitbarkeit heut zutage noch nicht einmal unter unseren Naturforschern zur allgemeinen Erkenntniß gekommen zu sein scheint.“ Bemitleidenswerthe Zeugen materialistischer Lehre! Wir müßten den armen Yuka bedauern, falls Pizarro's Mönch seine Unfähigkeit, Lehrer des christlichen Glaubens zu sein, damit an den Tag gelegt hat, daß er jenen unglücklichen Fürsten über den vermeintlichen Widerspruch zwischen dem Tode Jesu und der Unsterblichkeit Gottes nicht eines besseren zu belehren vermochte. Bedauern müssen wir jedenfalls einen in der Christenheit aufgewachsenen deutschen Doctor der Philosophie, der in einem Widerspruch hängen bleibt, den ihm ein im Katechismus unterrichteter Schulknabe heben konnte, daß nämlich nur wegen der persönlichen Vereinigung der göttlichen und menschlichen Natur in Christo der Tod des Menschen Jesus auch von Gott ausgesagt wird, welcher nie sterben kann. Auffallend aber ist, daß jener Yuka die angeblich im 19. Jahrhundert entdeckte große Wahrheit nicht bloß geahnt, sondern deutlich genug ausgesprochen hat. Man wird von vorn herein auf die Vermuthung geführt, sein und unserer Forscher Erkenntniß betreffs der Unsterblichkeit des Stoffs ruhe auf gleichem Grunde, auf der Behauptung nämlich, daß was bisher nicht geschehen ist, auch in keiner Zukunft je geschehen wird. Diese Vermuthung wird sich als richtig bestätigen. Ist die Behauptung aber richtig, wozu dann die Angriffe auf das Christenthum? Hat es bisher nicht zerstört werden können, so stellt sie auch ihm das Prognostikon, daß es ewig bestehen wird! — Welches ist nun die tief empfundene Wahrheit, welche im zweiten Zeugnisse angedeutet wird? Ohne Zweifel meint Dr. Büchner die Lehre, daß die Seele sterblich, dagegen die Elemente des Leibes unsterblich sind. In seinem Eifer, auch „den großen Britten“ in der Phalanx der Materialisten auftreten zu lassen, scheint der Verfasser den merkwürdigen Umstand ganz übersehen zu haben, daß Shakespeare seinen Hamlet, als er ihn im völligen Besitze seiner Vernunft darstellen wollte, nämlich bei der Erscheinung seines verstorbenen Vaters, die Freunde, welche ihn abhalten wollen, dem ihm zuwinkenden Geiste zu folgen, also anreden läßt: „Was ist zu fürchten? Mein ganzes Leben gilt mir keine Nadel. Welch Leid kann es (das Gespenst) wohl meiner Seele thun, die so unsterblich ist, als wie es selbst!“; daß dagegen die oben citirten Worte vom Dichter dem wahnsinnigen Hamlet in den Mund gelegt sind. Finden also die Materialisten ihre Lehre schon von Shakespeare angedeutet, so werden sie auch zugeben müssen, daß er nicht unterlassen hat, auch das deutlich genug anzudeuten, daß er ihre Vertreter jenen Unglücklichen zuzählte, deren Vernunft Schiffbruch gelitten hat. Wobei wir unsererseits die nicht unangenehme Ueberzeugung gewinnen, in einer so wichtigen Sache uns in völliger Uebereinstimmung mit dem großen Dichter zu wissen. — Hören wir unseren Autor weiter. „Der Stoff ist unsterblich, unvernichtbar, kein Stäubchen im Weltall, noch so klein oder so groß, kann verloren gehen, keines hinzukommen. Nicht das kleinste Atom können wir uns hinweg⸗ oder hinzudenken, oder wir müßten