# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1863_S200 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 200 Der Materialismus oder tie sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. Gasse, den Stoffen des Mineralreichs, dem Kiesel, dem Kupfer, dem Eisen, dem Blei, dem Silber, dem Golde, dem Schwefel, dem Sauer-, Wasser-, Stick- und Kohlenstoff und dgl., wie die Materialisten in der Verfinsterung ihres Herzens jetzt thun. Dem Materialisten sind diese Stoffe die ewigen, unveränderlichen Wesen; diese Stoffe besitzen, das glaubt er, die ewige und göttliche Kraft, durch welche alles Gute, Schöne, Zweckmäßige, Nützliche hervorgebracht wurde und beständig hervorgebracht wird; die herrlichen Werke der Schöpfung, die tausendfältigen kunstreichen Gebilde der Pflanzen und Thiere, die Krone der Natur: der mit Geist und Vernunft begabte Mensch, es ist alles ihr Werk allein; sie sind's, welche das Weltall in ewiger Ordnung und Harmonie erhalten; sie sind's, welche lohnend und strafend, segnend und fluchend die Geschicke der Einzelnen, die Geschicke der Völker lenken; der ganze Kosmos, das wundervolle Buch der Natur, die Thaten der Geschichte, die Offenbarungen des Evangeliums verkünden allein ihre Herrlichkeit; alles Göttliche ist nur ihre Eigenschaft. Denn es geschieht nichts, als was sie thun; es existirt nichts, als sie allein. Der Materialist würde jede Pfütze anbeten, denn sie ist sein Gott, wenn er nicht wüßte, daß dieser sein Gott zwar das Auge gemacht hat, aber selbst nicht sehen kann; das Ohr gemacht hat, aber selbst nicht hört; das Leben gegeben hat, aber selbst todt ist; Geist und Vernunft dem Menschen: bereitet, selbst aber geist⸗ und bewußtlos ist. Er würde vor dem Düngerhaufen auf seine Kniee sinken, wenn ihm nicht die selbsteigene Würde darin entgegenträte und ihn erinnerte, daß er, selbst aus solchen Stoffen bestehend, gleich diesem, Gott sei und Ein Gott vor dem anderen das Knie nicht beugt. Zu Zeiten jedoch überwältigt auch ihn ein heiliger Schauer, und eine Art von Anbetung drängt sich hervor, die er seinen Göttern, den Stoffen, unter einem anderen Namen, dem der Natur, als Huldigung darbringt. — So berühren sich die Extreme, die vermeintlich höchste Bildung des neunzehnten Jahrhunderts mit dem rohesten Stumpfsinn der Fetischanbeter, die irgend einen heimlichen Gegenstand bald als Gott verehren, bald als gemeinen Stoff von sich werfen. Suchen wir eine natürliche Erklärung dieser merkwürdigen Thatsache, so möchte vielleicht folgende Ueberlegung einiges Licht geben. Gott hat seiner Schöpfung die Spuren seiner ewigen Kraft und Gottheit in solcher Weise eingedrückt, daß keine Naturbetrachtung ihnen ausweichen kann. Hat sich der Mensch durch sein unverständiges, verfinstertes Herz zur Verleugnung des göttlichen Wesens verführen lassen, so ist er gezwungen, dem Geschöpfe die göttlichen Eigenschaften beizulegen, es zu Gott zu machen. Ein Beispiel wird das erläutern. Die Ewigkeit, d. i. die vollkommene Anfangslosigkeit, ist eine dieser Spuren des göttlichen Wesens in der Schöpfung. Sie ist eine göttliche Eigenschaft, denn nicht nur ist sie für die Kreatur durchaus unbegreiflich, weist also auf etwas hin, was nicht Kreatur sein kann, sie schließt auch die vollkommenste Selbstgenugsamkeit in sich. Was ohne Anfang, von Ewigkeit, da war, ist von nichts abhängig, kann nicht als ein Mittel zu einem Zwecke da sein, muß ein Wesen sein, das jede Abschätzung durch Vergleichung mit