# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1863_S199 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. 199 zu Tage tritt. Kraft ist also, so wird weiter geschlossen, die veränderte Eigenschaft des Stoffes selbst; d. h. mit andern Worten und eigentlich geredet, es giebt überhaupt keine Kraft. Folglich giebt's auch keine Schöpferkraft. Giebts keine Schöpferkraft, so giebt's auch keinen Schöpfer. Wirft nun Jemand ein: Wenn es keine Kräfte giebt, so geschieht auch nichts; woher dann die Veränderung? so wird ihm geantwortet: Veränderung ist bloße Verschiebung der Stofftheile im Raume, die sich durch eine Art von Ansteckung von einem Stoff auf den anderen fortpflanzt. Da aber jede Verschiebung und jede Art von Ansteckung selbst Kraft voraussetzende Veränderung ist, so wird in jener Antwort dem Frager der weise Bescheid gegeben: Veränderung ist eben Veränderung und geschieht durch Veränderung, und wem die Sache damit nicht klar gemacht ist, der gehört jenen Unglücklichen. an, die „wider den Stachel der Thatsachen lecken.“ Käme den Materialisten nicht etwas anderes zu Hülfe, sie würden mit solchen überaus lächerlichen Deductionen nichts ausrichten können. Das eigentlich Wirksame in den großen Erfolgen, deren sie sich rühmen, ist die tiefe sittliche Verkommenheit vieler Menschen, die der wissenschaftliche Materialismus vorfindet. Wer immer zu irgend einer Zeit nicht wollte, daß es einen Gott gebe, hat auch bei der Vernunft nach Gründen gesucht, um die Verderbtheit des Herzens mit einer höheren Einsicht zu beschönigen, und hat dann, lügenhafter Weise, den Thatbestand umgekehrt, die Gottlosigkeit des Herzens für die Folge vernünftiger Einsicht ausgegeben. Wir wollen nicht entscheiden, ob jener, von der Kraft hergenommene Beweis gleichen Ursprung habe; obwohl wir das für unmöglich halten, daß ein Mensch allein auf Grund eines solchen Gewebes der Unwissenheit und Ungereimtheit hin frisch und froh, wie es einem Bekenner der Wahrheit zukommt, daran gehen könne, den Schöpfer, Erlöser und Richter der Welt als leeres Hirngespinnst zu verlachen. Wir wissen, daß, wie ein ehrwürdiger Mann sich darüber ausdrückt, „halbgelernte Wissenschaften eine Dämmerung sind, deren blasser Schimmer nicht hinreicht, zwischen Wahrheit und Irrthum die gehörige Grenze zu treffen: sie verwirren den Verstand noch mehr als gar keine.“ — Ein anderer, schon seit uralter Zeit benützter Grund ist die aus der Natur der Dinge abgeleitete Behauptung der Ewigkeit der Welt, welche in eigenthümlicher Gestalt unter dem Namen der Unsterblichkeit des Stoffs von unserem Materialisten im 2. Capitel seines Werkes vorgetragen wird. Wir schicken der Untersuchung zunächst einige Bemerkungen voraus. Es hat wohl noch nie einen Menschen gegeben, der in der Betrachtung der Natur mit völligem Bewußtsein die ihr eingeprägten Spuren der herrlichen göttlichen Eigenschaften geleugnet hätte. Die Verkehrtheit der Menschen vermag nur soviel, die göttlichen Eigenschaften und die göttliche Ehre, deren Anerkennung nicht zu umgehen ist. den Kreaturen beizulegen, „dem vergänglichen Menschen, den Vögeln, den vierfüßigen und kriechenden Thieren,“ wie die zu Narren gewordenen Weisen der Vorzeit thaten; dem Koth auf der