# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1863_S189 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 189 1860 in der Generalconferenz durchgegangen waren, mit 87 Stimmen gegen 45 Trennung von der Generalconferenz, doch verhinderte der Ausbruch des Kriegs die wirkliche Secession. Eine der wichtigsten Fragen, welche die bischöfliche Meth.⸗Kirche im Laufe des Jahres 1862 aufregte, war diejenige der Laien-Delegation. In Uebereinstimmung mit einem im J. 1860 von der Generalconferenz gefaßten Beschluß wurden die Stimmen der Prediger und Laien jeder jährlichen Conferenz über den Gegenstand genommen, wobei sich folgendes Er⸗ gebniß herausstellte: Prediger (in 48 Conferenzen) für Laien-Delegation 1336; gegen 3025; Laien (in 46 Conferenzen) für, 27984; gegen 46405. Bis zum Jahresschluß war in den Baltimore und Kentucky Conferenzen noch nicht abgestimmt. Die Prediger⸗Abstim⸗ mung ergibt nur in den 4 Conferenzen, Philadelphia, Ost Genesee, Genesee und Oregon, eine Mehrheit für die Maßregel und ebenso die Abstimmung der Laien in den folgenden 12 Conferenzen: Philadelphia, New-York, Oestl. New-York, Providence, Neuengland, New Hampshire, Black River, Oneida, Ost Genesee, Genesee, Wyoming, Californien. II. Ausland. Mission und Sclavenfrage. Auch in der von Basel aus geleiteten Mission auf der Goldküste in Africa sind aus der Sclavenfrage große Schwierigkeiten entstanden. Wir lesen hierüber in dem Ev.⸗Luth. Missionsblatt aus Leipzig vom 1. März Folgendes: „Es hatte sich herausgestellt, daß nicht nur einzelne Christen in der Gemeinde, sondern auch mehrere Katecheten und Predigtgehülfen eine größere oder kleinere Anzahl von Sclaven be⸗ saßen. Lange Jahre hindurch war die Frage, ob dies gestattet oder nicht gestattet sei, den Missionaren weniger entgegengetreten, auch waren die Verhandlungen darüber vom Präses der Generalconferenz mehrmals ‚verschleppt und dann ohne gehörige Vorbereitung vorge⸗ nommen worden.‘ Nothgedrungen handelten somit die Einzelnen für sich und schlugen ver⸗ schiedene, nicht übereinstimmende Wege ein. Schließlich mußte aber doch eine Einheit im Princip und in der Anwendung desselben hergestellt werden. Und hier war es nun freilich schwer, sowohl öffentlich gethane Schritte wieder zurückzunehmen, als auch bei der herrschen⸗ den Aufregung der Gemüther einander überhaupt Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und sich gegenseitig zu verständigen. Die Verhandlungen dauern noch fort, doch lebt die Com⸗ mittee der gewissen Hoffnung, daß in nicht langer Zeit eine volle Einheit in Princip und Praxis zu Stande kommen werde, und sie hält sich überzeugt, daß ‚die Grundsätze, von denen sie dabei ausgeht, entschieden im Worte Gottes begründet seien.‘ Wenn freilich gleich der erste dieser Grundsätze ausspricht, daß es mit dem Gebote der Liebe nicht verträglich sei, einen Menschen als Sclaven zu besitzen, woraus die unter allen Umständen nothwendige Abschaf⸗ fung der Sclaverei dann natürlich von selbst folgen würde, so können wir unsrerseits jene Ueberzeugung allerdings nicht theilen, müssen das vielmehr für eine sehr bedenkliche, schrift⸗ widrige Vermischung geistlicher und natürlicher Dinge halten. Die hl. Apostel ermahnen zwar, wie sich von selbst versteht, die christlichen Herren in den Gemeinden ernstlich, sich auch gegen ihre Sclaven christlich in der Furcht und Liebe Gottes zu beweisen, denn sie sind keine Liebhaber oder Vertheidiger der Sclaverei mit allen ihren Gräueln: aber sie denken so wenig daran, die Aufhebung der Sclaverei an sich, auch nach ihrer bürgerlich⸗rechtlichen Seite, im Namen des Evangeliums als ein unabweisliches Gebot der Liebe zu fordern, daß es uns in der That unbegreiflich ist, wie man sich mit einer solchen Forderung auf das Wort der Schrift glaubt stützen zu können. Ein Aufsatz im Junihefte des Basler evangelischen Missions⸗ Magazins über ‚die Polygamie und die Mission‘ erkennt denn auch an, daß diese Stellung zur Sclavereifrage der apostolischen Praxis nicht entspreche. Wenn er aber trotzdem, also im Widerspruch mit den hl. Aposteln, dieselbe zu behaupten und zu rechtfertigen versucht, so wird die Sache dadurch freilich noch ungleich bedenklicher. Nachdem der Artikel die Sclaverei, die Polygamie und die Kaste als die drei in keiner Weise zu duldenden Hauptformen sünd⸗ licher Verkehrung auf dem socialen Gebiete des heidnischen Lebens bezeichnet hat, fährt er wörtlich folgendermaßen fort: „Man könnte uns entgegenhalten, daß ja auch die Apostel dergleichen sociale Uebel, wie Sclaverei und Polygamie, nicht ausdrücklich bekämpft haben, sondern vielmehr einfach stehen ließen, wie sie sie vorfanden, und daß dennoch der Geist des