# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1863_S183 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zeugniß wider den Chiliasmus aus der norwegisch⸗lutherischen Kirche. 183 Erdichtung, — und zwischen menschlichen „Auffassungen“, ungewissen „Anschauungen“ oder dunkeln „Hoffnungen“, „von denen man nicht zu behaupten wagt“ daß sie in der Schrift klar und gewiß gelehrt sind,“ sondern blos „hofft“ oder „meint“ oder träumt, daß sie vielleicht Grund darin zu haben scheinen können ꝛc., denn nur solche nebelhafte Gedanken können eine gänzlich entgegengesetzte „Auffassung“ als relativ berechtigt neben sich dulden. Und das sollten billig K. T. und ihre Theologen verstehen, daß, wenn ein Christ nach dem Worte glauben soll, daß Christus bald kommen kann, es eigentlich nicht dieser Christ ist, der die entgegengesetzten Anschauungen aller problematischen Theologen verdammt und verwirft; sondern dasselbe Wort Gottes, welches ihn das eine gewiß und fest und unbedingt glauben heißt, heißt ihn gerade zugleich alle entgegengesetzten Probleme verwerfen und verdammen. Es ist also kein Hochmuth und keine Unbescheidenheit, sondern Gehorsam, daß man Gott in seinem Worte Recht gibt und allem Andern Unrecht, d. h. daß man es als falsch verwirft. Kann dagegen K. T. bestimmt behaupten und aus dem Worte Gottes beweisen, daß wir irren, indem wir lehren und behaupten als eine gewisse und klare geoffenbarte Wahrheit, der ein jeder Christ nach der Schrift und den damit übereinstimmenden Symbolen glauben soll, daß Christus uns befohlen hat, ihn jede Secunde zu erwarten, und mit ihm den jüngsten Tag, und daß also die Apostel und alle gläubigen Väter in diesem Punkte geirrt haben, kann K. T. das, so möge sie es thun. Das wird allen Hader stillen, denn erst wenn es ein ungewisses Ding ist, erst dann kann „die reale Auffassung, welcher Spener und Bengel huldigten, und welche heutiges Tages Theologen anerkennen, die von denen, welche außerhalb sind, wegen ihrer Vergötterung der Symbole berüchtigt sind,“ (K. T. No. 4, 61. Sp. 54), „relativ berechtigt“ sein. Aber wenn sie dies nicht beweist, sondern allenfalls schweigend die Richtigkeit unserer Lehre in diesem Punkte einräumt, so hat jedenfalls K. T. kein Recht, darüber zu klagen, daß wir behaupten, jene „reale Auffassung“ müsse falsch und verführerisch sein und gerade so verwerflich, wenn auch Tausende wie Bengel und Spener ihr gehuldigt haben. Und es beweist doch sehr wenig, daß Leute, die außerhalb sind, einen Lehrer wegen Vergötterung der Symbole verschreien. Selbst Paul Andersen ist hier von den Platformisten der Generalsynode so verschrieen, und er glaubte wohl, das sei Beweis genug für seine echte Symboltreue. Ja selbst K. T. wird ja wegen Hyperlutherthum und Exclusivismus (!) verschrieen (No. 12, 62 Sp. 191) — aber dadurch wird sie doch weder hyperlutherisch oder auch nur lutherisch, wenn sie es nicht ist. Auch wird Guericke nicht mehr lutherisch, als er ist, ob er in den weitesten Kreisen für „hyperlutherisch“ ausgerufen wird (No. 21, 61 Sp. 324). Und wenn K. T. daselbst behauptet, daß Männer „des alten, echten Lutherthums“ solche Auffassungen „in gutem Einverständnisse mit den Symbolen der Kirche“ gehabt haben und haben können, und uns zugleich die „echt lutherische“ Zeitschrift von Rudelbach und Guericke zum Studium empfiehlt, so werde ich gegen diese Behauptung der K. T. etwas anführen, was in eben dieser Zeitschrift 3. Quartal⸗