# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1863_S181 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zeugniß wider den Chiliasmus aus der norwegisch⸗lutherischen Kirche. 18 Tag auferweckt werden sollen; und Ausnahmen, wie bei Henoch und Elias oder bei denen, welche mit Christo auferweckt wurden, bestätigen nur die Regel, während die Behauptung, daß z. B. die Märtyrer oder andere Gläubige haufenweise Tausend Jahre zuvor auferweckt werden sollen, die Ausnahmen zur Regel machen würde. — Also muß der Chiliasmus verworfen werden, welcher von einer Auferweckung der Gläubigen vor dem Tage des Gerichts redet. Sodann frage ich auch die K. T., ist es nicht klar in der Schrift gelehrt, daß ich jeden Augenblick die Zukunft Christi zum Gericht erwarten, allezeit bereit sein, ja mich sehnen und darnach trachten soll (siehe Matth. 25, 13. 31., Marc. 13, 26. 33. 37.), gleichwie wir ja sehen, daß die Apostel und alle gläubigen Väter es gethan haben. Will K. T. uns ganz einfach antworten, ob sie glaubt, daß die Apostel und wir mit ihnen hierin fehlen, dies für klar und bestimmt von dem Herrn selbst gelehrt anzusehen? Aber wenn sie, wie ich glaube, antwortet, daß ein Gläubiger nach der Schrift immer bereit sein, immer glauben, ja wünschen und beten soll, daß der Herr bald kommen möchte, muß dann nicht jede s. g. reale Auffassung „des tausendjährigen Reiches“ oder was es auch sei, (z. B. die Judenbekehrung), das dazwischengestellt wird, so daß ich unmöglich ihn zum Gericht erwarten kann, ehe dies nothwendig zuvor geschehen sein muß, wider die Regel des Glaubens sein, und also entweder dieser Glaube irrig und falsch, oder jene Auffassung falsch, Fabel und menschliche Erdichtung sein? Und wenn es dunklere prophetische Stellen in der Schrift geben sollte, welche „scheinen“ könnten einer solchen Auffassung Raum zu geben, so muß ich mit dem Auge auf die klaren Stellen, welchen ja immer die dunkleren weichen müssen, antworten, daß es unserm armen Unglauben und unserer Blindheit nur so „scheint,“ denn Gott kann sich selbst nicht widersprechen und an einer Stelle dem gerade zuwider reden, was er an einer andern Stelle sonnenklar gelehrt hat. Solange also weder K. T. noch andere sagen: Es ist nicht klar gelehrt, daß wir allezeit Christum erwarten sollen, so ist jene „reale Auffassung“ unmöglich. Sodann frage ich K. T.: Glaubt sie nicht, daß es klar in der Schrift gelehrt ist, daß die Gläubigen hier auf Erden allezeit unter dem Kreuze, „inwendig in Furcht, auswendig in Streit,“ sein sollen, und ob sie auch in dem allen weit überwinden durch ihn, der uns geliebet hat, doch allezeit dies Leben ein „Jammerthal“ nennen müssen, „allerlei Uebel,“ Kreuz und Trübsal ausgesetzt? Antwortet sie aber, wie ich glaube, ja hierzu, daß dies klar und bestimmt in der Schrift gelehrt sei, müssen dann nicht sie und alle, welche dies glauben, behaupten: also muß die „Hoffnung,“ welche einen äußerlichen Siegeszustand und Herrlichkeit, Friede und Freude in der letzten Zeit erwartet, diesem gerade zuwider, und es müssen also nur falsche Träumereien außerhalb des Wortes Gottes, ja gegen dasselbe sein? Denn dann würden ja nicht die Gläubigen weinen und heulen, während die Welt sich freut, sondern umgekehrt, sie würden fröhlich sein und sich freuen und die Welt über ihre Unterjochung weinen und heulen. Und sind nicht alle solche „Hoffnungen“ blos jüdische Meinungen von einem sichtbaren, äußerlich