# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1863_S180 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 180 Zeugniß wider den Chiliasmus aus der norwegisch⸗lutherischen Kirche. send Jahre mit ihnen und den Gläubigen, welche dann noch leben, regieren werde. Denn es wäre ein unvollständiges Bekenntniß, gleichwie auch der 2. Artikel im Symb. apost.: „von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten“ unvollständig wäre, wenn Christus auch Tausend Jahre vor dem Tage des Gerichts käme; und es wäre ein falschgläubiges Bekenntniß, gleichwie auch die Erklärung zu dem 3. Artikel des Symb. apost.: „und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird“ falsch wäre, wenn wirklich alle oder viele der selig Gestorbenen Tau⸗ send Jahre vor dem Tage des Gerichts auferweckt würden. Wenn nun alle Todten am jüngsten Tage auferweckt werden sollen, so hat ja jeder Chiliast sich selbst, wenn er vor dem Millennium stirbt, und alle, welche vor dieser Zeit sterben, von der Theilnahme am Millennium ausgeschlossen, also ist diese Art Chiliasmus wider die Symbole und dem Art. 17. geradezu zuwider, und da diese mit der Schrift stimmen, zugleich dieser geradezu zuwider. Aber so bleibt noch, wird man sagen, die Möglichkeit eines tausendjährigen Reiches für alle Glaubigen übrig, welche leben werden, wenn Christus zum ersten Male kömmt, und dies würde die Bekenntnisse unvollständig machen, daß bloß gelehrt wäre eine Zukunft Christi anstatt zwei, eine, um mit den Gläubigen Tausend Jahre oder eine gewisse Zeit auf Erden zu regieren, und eine, um alle Todten aufzuerwecken und Gericht zu halten. Aber abgesehen davon, daß es nicht bloß ein unvollständiges, sondern im Grunde ein falsches Bekenntniß wäre, welches bekennete und Glauben forderte an nur eine Zukunft Christi, wenn es in Wirklichkeit zwei gäbe, so wird doch die „Ansicht,“ daß die Gläubigen, welche leben, zuerst Tausend Jahre auf Erden mit Christo regieren werden, zu jenen „jüdischen Meinungen“ gehören, die im Art. 17. verdammt sind, „daß vor der Auferstehung der Todten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben werden.“ Wenn man aber seine „chiliastischen Hoffnungen“ bloß auf einen äußern Sieges⸗ und Herrlichkeitszustand auf Erden für die Gläubigen Tausend Jahre oder eine längere Zeit vor dem Tage des Gerichts ohne eine sichtbare Zukunft Christi beschränkt, so würde solche „Hoffnung“ wider die Erklärung des kleinen Katechismus zur 5., 6. und 7. Bitte streiten. Denn so lange wir diese Bitten beten und also bekennen müssen, daß wir zu streiten haben wider Sünde und Versuchung, oder „allerlei Uebel“ ꝛc., ausgesetzt, ja in einem „Jammerthal“ sind, wovon wir bitten, daß er, „wenn unser Stündlein kömmt, uns erlöse,“ so kann nie von einem äußern Sieges⸗ und Herrlichkeitszustand auf Erden die Rede sein; denn dann hätten wir diese Worte nicht mehr nöthig. Aber auf eine Zeit auf Erden „hoffen,“ in welcher es für einen Christen widersinnig und unwahr würde, diese Worte zu gebrauchen, muß nothwendig wider den Katechismus streiten. Folglich streiten alle solche „Hoffnungen“ wider die Symbole. Doch wenn wir auch nie ein Wort hierüber in unsern Symbolen gehabt hätten, so frage ich die K. T., ist es nicht klar in der Schrift gelehrt, daß die Gläubigen am jüngsten Tage auferweckt werden sollen?: Joh. 6, 39. 40. 44. Jedenfalls ist doch in diesen Stellen gelehrt, daß die Gläubigen am jüngsten