# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1863_S166 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 166 Dr. Hengstenbergs Stellung zu den Fragen von Amt und Kirchenregiment. nicht nur durchaus entfremdet, sondern das frühere Stadium des Indifferentismus ist in einen tief gehenden Haß umgeschlagen, der schon an vielen Orten, wie eine unheimliche Flamme von unten, empor lodert. „Laßt uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile,“ das ist die Loosung dieser großen Haufen, und „warum toben die Heiden,“ die wahre Beschreibung derselben. Die traurigen Vorgänge in Rheinbaiern, Baden, der Preußischen Kammer und bei Gelegenheit des Katechismusstreites in Hannover machen dies auch dem blödesten Auge klar. Wird diese Christo feindliche Bewegung wieder aufhören? Werden die gottlosen Haufen des gebildeten und ungebildeten, vornehmen und niedrigen Pöbels wieder für die Kirche gewonnen werden? Ein nüchterner Christ sieht wenig, fast gar keine Hoffnung und zwar darum, weil die Bedingung fehlt, unter der allein ein Wiederbelebtwerden des Todten und Sterbenden erwartet werden kann, nämlich der Gebrauch der Gnadenmittel. Die alten heidnischen Völker wurden Reichsgenossen des erhöheten Jesu durch das Hören des Wortes Gottes und den Gebrauch der Sacramente. Die Reformation konnte ganze Völker ergreifen, durchdringen und durchläutern, weil die reine Predigt wie ein Licht aufleuchtete, und von, aus der Finsterniß nach Licht sich sehnenden, Menschen mit Lust aufgenommen wurde. Ganz anders verhält es sich mit den abgefallenen Christen, den modernen Heiden unserer Zeit, sie wollen das Wort Gottes nicht hören, sondern schelten es als Pfaffenbetrug, wollen nicht zum Tische des Herrn gehen, wollen ihre Kinder nicht mehr taufen lassen, wollen keine christliche Einsegnung der Ehen, wollen keine christliche Schulen und in den Gerichten keinen christlichen Eid mehr. So viel schwerer aber ein abtrünniger Christ, ein Apostat, wieder für den christlichen Glauben zurückzugewinnen ist, als ein Unbekehrter, der erst für Christum gewonnen werden soll; so viel schwerer wird die Zurückführung der modernen Heiden zu Christo sein gegen die erste Bekehrung der alten Heiden. Es werden, der Erfahrung gemäß, immer nur Einzelne sich besinnen, und wie der verlorne Sohn ins Vaterhaus zurückkehren. Es geht eben, nach der Weissagung, unaufhaltsam in die „gräulichen Zeiten“ des Endes, in die Zeiten, wo des Menschen Sohn „keinen Glauben“ finden wird. Schon verbinden sich auch, wie einst das verstockte Judenthum mit dem unbekehrten Heidenthum, so jetzt die ekelhaften Reformjuden mit den in volles Heidenthum zurückgesunkenen, entarteten Christen, um den Herrn der Herrlichkeit abzuthun. — Wie Noth thut es gerade in solchen Zeiten für die, welche ein Herz haben für die Kirche, denen die werthe Magd noch lieb ist, sich der Hülfsmittel recht bewußt zu werden, die allein helfen, die Waffen in Bereitschaft zu halten, mit denen allein die Befestigungen des Widersachers überwältigt werden können. „Es ist ein Jammer“ sagt Hengstenberg „anzusehen, wie Manche sich auf diesen Kampf mit zerbrochenen Rohrstäben rüsten, wie sie meinen, den Fürsten dieser Welt, von dem es heißt: „groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,“ mit Presbyterial- und Synodalverfassung und ähnlichen Elendigkeiten, die er wie lose Spreu achtet, begegnen zu können.“ Ja, wahr ist's, gegen den Teufel hilft nichts, als das Wort unsers Gottes im