# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1863_S152 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 152 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Christus seinen Auferstehungstag haben werde. So mag es denn immerhin sein, daß jenes heilige Feuer, welches in den Tagen der Befreiungskriege einst in Deutschland aufloderte, wirklich in nicht ferner Zukunft erlöschen dürfte, daß jene Gnadenperiode sich ausgelebt hätte — dennoch, das ist uns gewiß, daß auf jede Charfreitagsnacht ein fröhlicher Ostermorgen verheißen ist. Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. America. „Zur Theorie der sogenannten „„Missourier.““ Unter dieser Ueberschrift findet sich in Räthjen's Kirchenzeitung vom März d. J. ein Aufsatz von Pastor Diedrich, der zwar deutlich zeigt, daß Diedrich von der biblischen Lehre Luther's von dem Verhältniß des geistlichen Priesterthums der gläubigen Christen zur Kirchengewalt nichts wissen will, daß er aber auch die verworrensten Vorstellungen davon hat, wie wir „sogenannte Missourier“ diese Lehre führen und anwenden. Er hält uns z. B. Folgendes entgegen: „Gottes Wort lehrt uns, daß allezeit unter dem Weizen auch die Spreu sich befinde, und es gibt da keine Gewähr, daß unter denen, welche gerade als Gemeindeglieder ihr Urtheil öffentlich abgeben (also Frauen, Kinder und dgl. abgerechnet) die Mehrzahl allezeit wahrhaft Gläubige sein werden. . Es liegt der Theorie unserer Gegner, besorgen wir, ein zu hoher Begriff von den Werken der Menschen zu Grunde, und damit gerade ein Verkennen der Rechtfertigung aus Gnaden, allein durch den Glauben. . Durch ihr Halten auf reine Lehre wollen die Missourier beweisen, daß sie tüchtige Lutheraner und geistliche Priester sind, die im Namen Gottes Himmel und Hölle aufthun und schließen können. Davon fühlen wir uns sehr weit abgestoßen. — Was diese „„Priester“““ nach Stimmenmehrheit nun angeblich im heil. Geist beschlossen haben, gilt ihnen nun wieder als göttliches Werk ohne weiteres, wenn nur die Ordnung dabei beobachtet ist oder doch scheint. . Wir (Christen) haben bei allem Guten noch manchen Kampf zu überstehen gehabt, und nachher ist unser Bekennen und Handeln auch noch sehr lahm und oft befleckt. Wer kann also aus seinem Priesterthum Rechte über andere herleiten wollen? .. Da ist also der Prediger nicht Diener der Priester, denn die, soweit sie schon das Priestern verstehen und ausüben, brauchen keinen Lehrer zu ihrem Dienste, — sondern er ist Diener der Armen, Kranken, Thörichten, die sich noch nicht geschickt genug finden zum Priesteramte.“ Und so geht es denn in dem Artikel fort mit lauter Luftstreichen, die nicht uns, sondern ein Phantom treffen, dem Pastor Diedrich unsern Namen gegeben hat. Wer als Kirchenreformator innerhalb der lutherischen Kirche auftritt, sollte vor allem Luthers Lehre besser studirt haben und in seinem Urtheile über andere kirchliche Gemeinschaften gewissenhafter verfahren. Wir meinen, daß dies keine unbillige Forderung ist. „Warum haben uns die Methodisten überflügelt?“ So fragt im Luth. Observer vom 27. März ein „Lutheraner“ der Generalsynode und gibt darauf eine doppelte Antwort. Den ersten Grund findet er in ihrem Bekenntniß, den andern in ihrem Eifer für Revivals. Was das Erste betrifft, so schreibt er: „Ihr Bekenntniß enthält in einfacher Sprache nur die fundamentalen Lehren unserer heiligen Religion, und damit sind sie zufrieden. Sie erwarten nicht, wenigstens fordern sie nicht von ihren Predigern, jedes t mit einem Strichlein und jedes i mit einem Pünctlein zu versehen in jeder theologischen Frage. Sie scheinen mit einer herzlichen Zustimmung zu den fundamentalen Lehren der Bibel zufrieden zu sein. Das Resultat ist, daß unter ihnen Einigkeit ist und daß nicht einer den anderen in gehässigem Streit über nichtfundamentale Lehren verzehrt. — So ist es bei uns nicht. Die Bekenntnisse unserer Kirche sind von viel größerer Ausdehnung. Sie versuchen zu erklären, was nicht klar offenbart ist, z. B. die Art (sic?) der Gegenwart des