# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1863_S150 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 150 Dr. Tholuck über die neueste Zeitströmung der Theologie. ren die Kinder. — Derjenige, welcher dich unterrichtet in weltlichen und göttlichen Dingen, steht dir an Gottes Statt; denn Gott rühmen wir als „„den Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt."" So sind die Lehrer in dem Vater- und Mutternamen einbegriffen; denn Väter lehren ihre Kinder. — Derjenige, welcher dich in Zucht hält und darüber wacht, daß du dich nicht durch unordentliches Wesen selbst verdirbst, daß du Gesetzen, Sitten und Rechten in Land und Kirche durch dein Betragen Rechnung trägst, steht dir an Gottes Statt; denn Gott preisen wir als „„wunderbaren König, Herrscher von uns Allen."" So sind Alle, welche ein Regiment über Andere führen (es sei nun ein herrschaftliches oder ein dienstliches), einbegriffen in den Vater- und Mutternamen; denn Väter wehren ihren Kindern. So war unsern Vätern gar nicht zweifelhaft, daß dem bestehenden Kirchenregimente auch Gehorsam gebühre um Gottes willen. Allein der Papst überschritt die von Gott seinem Regimente geordneten Schranken, verweigerte die Prüfung seines Redens, Thuns und Lassens an Gottes Wort und wollte demnach für seine Amtsführung der Kirche keine Rechenschaft ablegen, auch wo sie ihm vorhielt, er regiere wider Gottes Wort. Diese Anmaßung beschönigte er mit dem Namen seines göttlichen Rechts, er sei Stellvertreter Christi auf Erden, drum sei, was er rede, vom Himmel herab geredet und die Kirche habe es anzunehmen als Gottes Wort. In diesem Sinne machte er die Gemeine zu einer Versammlung Gehorchender gegenüber sich und seinem Clerus als den Gebietenden. Und deshalb trennten sich unsere Väter mit Recht von seinem Regimente. Unser Kirchenregiment ist aber bisher in den von der Kirche ihm gewiesenen Schranken geblieben. Nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit der That bekennt es sich dem Worte Gottes und dem Urtheil der Kirche unterworfen. Es hat noch jedesmal, so oft eine Generalsynode zusammengetreten ist, derselben von seiner Amtsführung vollständig Rechenschaft gegeben und ist von keiner wegen Irrlehre oder Untreue verurtheilt worden. So will ich dasselbe mit Gottes Hülfe ehren, es weder verachten, noch erzürnen, sondern ihm dienen, es lieb und werth halten zur Beweisung meines Glaubens und zur schuldigen Dankbarkeit für die durch dasselbe von Gott mir zugetheilten Wohlthaten, auch den Brüdern zum Beispiele.“ Dr. Tholuck über die neueste Zeitströmung der Theologie. Ein hiesiges Wechselblatt theilt aus der Neuen Evangelischen Kirchenzeitung (in Berlin) folgende merkwürdige Erklärung Dr. Tholuck's über den gegenwärtigen Stand der Theologie in Deutschland mit: Wohl Wenige gibt es, sagt Tholuck, die im Hinblick auf den in den letzten Jahren erfolgten gewaltigen Umschwung auf kirchlichem und politischem