# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1863_S143 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die alten lutherischen Lehrer büer Sclaverei. 143 gläubige Herren bekommen hatten. Die erste ist diese: „Die Knechte, so unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre werth halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde.“ Die Knechte sind verschieden von Lohndienern. Lohndiener dienen öffentlich Vielen. Sie heißen sonst banausi und auch θῆτες, daher bei den Atheniensern thessae Weiber niedrigeren Standes waren, weil sie um Lohn dienten. Bei denselben Atheniensern war der thetische Stand der vierte nach dem Census, unter welchem Worte Handwerksleute und Taglöhner verstanden wurden, die von der Führung obrigkeitlicher Aemter ausgeschlossen und von Abgaben frei waren. Knechte aber sind, welche einem anderen zu dessen Dienst eigen geworden sind; und von diesen sagt man, daß sie entweder dazu geboren sind oder dazu gemacht werden, geboren nehmlich von Mägden, gemacht aber durch das Recht der Völker, d. i., durch Gefangenschaft, oder durch das Civilrecht, wenn ein Freier über zwanzig Jahr alter Mensch, um einen gewissen Preis zu erlangen, sich verkaufen ließ. Von den Lohndienern redet der Apostel nicht, weil sie an keinen bestimmten Herrn verbunden sind, und sie jene allgemeine Regel angeht, 1 Thess. 4, 6.: „Daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel.“ Von den Knechten aber handelt er hier, von denen er sagt, daß sie „unter dem Joche“ seien; denn sie sind nicht ihr eigner Herr, sondern Herren verbunden. Auch ist Knechtschaft an sich ein Joch, unter welchem man es sich sauer werden läßt, als in einem niedrigen und elenden Stande, denn nichts ist elender und niedriger, als einem anderen zu eigen gegeben sein und wenn man etwas erwirbt, es dem Herrn zu erwerben. Es ist aber „Joch“ (ζυγός oder ζυγόν) ein zusammen gejochtes Paar Stiere. Vermöge einer Metapher wird es auf die Knechtsdienste übertragen, daher auch Plato von einem knechtischen Joch redet in der 8. Ep., wodurch die Mühseligkeit und das Elend der Knechtschaft angedeutet wird. Welche also unter dem knechtischen Joche sind, diese heißt der Apostel „ihre Herren aller Ehre werth halten.“ Unter „ihren Herren“ versteht er jene Privat-Herren, in deren Gewalt sie gekommen sind, welches Standes und welcher Religion sie auch sein mögen, wenn sie nur die Herren, die das Recht über die Knechte haben. Diese will er nicht nur geehrt, was oft auch wider Willen geschieht, sondern sie der Ehre werth gehalten haben, weil sie nehmlich Gott dieser Ehre gewürdigt hat, von welchem der Unterschied zwischen Herren und Knechten kommt und welcher im vierten Gebot Vater und Mutter zu ehren befohlen hat, unter welchem Namen auch die Herren, und wer irgend uns vorgesetzt ist, verstanden werden. Und zwar „aller Ehre,“ die nehmlich Knechte ihren Herren schuldig sind; denn es gibt auch eine Gott allein eigene Ehre, die wir hier natürlich für ausgenommen ansehen. Unter dieser den Herren schuldigen Ehre versteht er aber nicht nur Ehrerbietung, sondern auch aller Liebesdienste und Folgeleistungen in allem, was nicht wider Gott ist. Der Grund dieser Regel ist: „Auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde,“ nehmlich bei den Ungläubigen. Denn, wie wir oben gesagt haben, die Heiden pflegen die Glaubenssätze