# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1863_S140 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 140 Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit. widersinnig sein? Werden dort nicht Neid, Zorn, Hochmuth und derartige stürmische Bewegungen viel heftiger wallen und daher im Stande sein, ein umfangreiches Meer intellectueller Kräfte zu erregen und die durchsichtige Klarheit seiner Fluth zu trüben? Gibt es doch, ganz abgesehen von der biblischen Lehre eines Sündenfalls unter den Menschen viele selbstverschuldete Uebel, die von wissentlicher Uebertretung heiliger Gesetze des Weltalls zeugen? Stehen sie auch im Widerspruch mit dem Vorzuge unsers Geschlechts oder mit der Vollkommenheit dessen, der alles Wohl an gewisse, zu oberst doch in Seinem Willen allein begründete Bedingungen geknüpft hat? Sind nun einmal Engel solchergestalt gefallen, so ist es auch möglich, daß sie in der schrankenlosen Willkür, in die ihre Freiheit umschlug, beharren. Mit der höheren Begabung steht auch unter den Bewohnern der Erde die Energie und Zähigkeit in gleichem Verhältniß, womit Jemand seinen Zweck verfolgt, mag er gut oder böse sein. Nehmen wir den oben angedeuteten Begriff der Reichsgenossenschaft hinzu, so erschließt sich unserm Verständniß die traurige Wahrheit, daß in jener Wesensphäre auf Anstiften und unter der Leitung eines gefürsteten Hauptes eine Empörung gegen den Herrn aller Herrn stattgefunden hat, der nicht mehr Einhalt zu thun ist. Und diese wird uns in der biblischen Lehre vom „Teufel und seinen Engeln“ offenbart (vgl. Matth. 25, 41.). Daß die Bibel die Macht jenes Fürsten in einer Weise ausdehne, die den heiligen Gott und sein Reich so zu sagen eindämme, ist eine ungegründete Beschuldigung. Nie wird der Teufel Gott irgend gleichgestellt, wie das böse Prinzip der Perser und Indier. Es ist eine pure Mystification, daß je ein christliches Dogmensystem dem bösen Feinde Allwissenheit zugeschrieben habe, wie neulich behauptet ward. Er weiß und vermag mehr als ein Mensch: Das ist wahr. Aber auch er muß um etwas zu erfahren „das Land durchziehen;“ nicht unmittelbar ist in ihm und darum ihm alles gegenwärtig, wie die Welt in Gott lebt, webt und ist.“ Gott allein ergründet das Herz des Menschen. Der Teufel kann nur so viel erfahren (und das zum Theil nicht ohne Hülfe seiner Diener), als auch für Menschen davon erkennbar ist. Ueberall erscheint daher der Satan der Bibel so, daß er die aufs Allergeringste sich erstreckende Fürsorge Gottes (s. Matth. 10, 29. 30.) nicht hindern kann, sondern nur mehr ins Licht stellen muß. Selbst wenn er einem Hiob schaden darf, ist die göttliche Genehmigung vorangegangen. Die Weissagung seines völligen Sturzes (s. Offenb. 20, 10.) läßt zudem alles, was er in der Zeit wider Gott begonnen hat, so erscheinen, daß es in ähnlicher Weise zur Verherrlichung der göttlichen Ehre gereicht, wie auch die Bosheit der Menschen endlich den Glanz der ewigen Majestät erhöht. Denn nicht das plus und minus, das in der Rechnung vorkommt, sondern die summa entscheidet. Wie das Geisterreich auf die Menschenkinder einzuwirken vermöge, mag immer hier ein Räthsel bleiben. Die Möglichkeit erklärt sich jedoch aus der Beziehung, in welcher alle geschaffenen Wesen zu einander stehen. Wie der sichtbare Himmel der Erde dient und mannigfachen Einfluß auf sie äußert,