# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1863_S137 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit. 137 lungen gesagt habe, daß den „Schriftgelehrten“ die Bibel ein verschlossenes Buch ist, wenn sie die Kindeseinfalt über ihrer Gelehrsamkeit verlernt und verloren haben, der mehr verheißen ist, als das leblose Stückwerk anatomisch zergliederter Lehrbegriffe, die — nun der Geschichte angehören. Mit solchen Autoritäten verschone man die Kirche, das auf den ewigen unwandelbaren Fels gebaute Haus des HErrn. Die Kirche ist mehr als eine Wissenschaft: ihr dienen nur Consistorialräthe wie Professoren. „Meine Schafe hören Meine Stimme und fliehen die Stimme der Fremden!“ spricht ihr unsichtbares Haupt. Diese Stimme ist nicht die der Menschenweisheit und Vernunft. Sie ist nach außen hin das Zeichen, dem widersprochen wird, eine Thorheit denen, die nach Weisheit fragen. Offenbar aber ist sie in dem einhelligen Zeugniß der Apostel und Propheten der Seele, die — glaubt und dadurch Christo sich hat verloben lassen für das ewige Leben. Will man in der Bibel von diesem einhelligen Zeugniß absehen, so kann man Vieles in ihr finden. In Stücken zerschlagen liefert eine Kirchenglocke wohl Material für ein Mordgewehr. Der Kirche ist daran gelegen, daß sie ganz bleibt, daß z. B. das Gesetz nicht vom Evangelio losgelöst werde, um eine Sittenlehre zu begründen, der Christus und seine Erlösung fremd und fern bleibt, und ebensowenig das Evangelium aus der ihm im Zusammenhange der Offenbarung beschiedenen Stelle gerückt werde, die das Gesetz als Vorstufe hat u. s. w. Um deswillen hält sie auf einen Lehrbegriff, der ihrem Bewußtsein entspricht, in den jeder gläubige Christ einstimmt, worin er wiederfindet, was in ihm lebt, soweit er wiedergeboren, ein Tempel des heiligen Geistes und Kind Gottes ist. Ein solcher Lehrbegriff ist selber Gottes Wort, ist mehr Gottes Wort, als ein einzelnes Buch der Bibel, daß außer dem Ganzen betrachtet wird: er ist Gottes Wort nicht auf dem Papier, sondern in den lebendigen Tafeln des Herzens, und zugleich hervorgebrochen als die Frucht der Lippen im beständigen Bekenntniß, hat das Feuer der Gefahr und Verfolgung bestanden und trägt das Siegel: „bewährt im irdenen Tigel siebenmal“. Um einen solchen Lehrbegriff in der Zeit zu erlangen, bedurfte es eines Streiters Christi, der durch den heiligen Geist das Wort Gottes in sich erlebte. Er setzt eine Geschichte voraus, die eine Glaubensthat in Gott dem Herrn zum Mittelpunkte hat. An ihm klebt Blut treuer Zeugen. Dafür erkennt die lutherische Kirche ihren Katechismus. Er ist mit ihr verwachsen. Sie hat ihn nicht erwählt: in ihm und mit ihm ist sie von Gott aus dem Wort geboren. Sie muß zuvor geschleift werden, ehe man ihr das Kleinod rauben, einen solchen Stein aus ihrer Grundmauer brechen darf! In einer Frage, wie die gegenwärtige, die eine von Gott der Kirche in und mit ihr gegebene Bekenntnißschrift betrifft, tritt das Recht einer ganzen Generation zurück: denn der Kirche, die mit einer solchen Schrift steht und fällt, gehören die zukünftigen Geschlechter so gut, wie das, welches gerade Odem hat. Es ist möglich, daß zu irgend einer Zeit nur etwa Kinder, die noch in der Taufgnade stehen, vor Gott berechtigte Glieder derselben sind. Was sollten da einzelne Stimmen vermögen? Wenn noch dazu, wie jetzt,