# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1863_S135 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit. 135 die vornehmen Juden gehörten meistens zu ihr, auch die Hohenpriester. Sonach schützt die fälschlich als ein Fortschritt der Zeit betrachtete Weisheit, die für die biblische Lehre von dem Fürsten der argen Welt nur ein Lächeln hat, keinesweges vor einer Inhumanität, wie man sie in den Hexenprocessen beklagt. Endlich ward schon von einer andern jüdischen Sekte, auch vor geraumer Zeit, die Entdeckung gemacht, daß Beichte und Absolution mit dem Glauben an einen unsichtbaren, heiligen und gerechten Gott nicht zu vereinigen sei. Eben deßwegen schalt sie Jesum einen Gotteslästerer (Matth. 9, 3), als er selber dem Amte vorstand, das er darnach der Kirche als eine unversiegbare Segensquelle verliehen (s. Matth. 18, 17. 18.) und dessen Verwaltung er den Jüngern, als den Vorgängern aller Hirten und Seelsorger, befohlen hat (s. Joh. 20, 21. — 23.) — Auch zur Zeit der Reformation fehlte es nicht an Solchen, denen Luthers Anleitung zum Beichten, wie sie im „neuen Katechismus" steht, anstößig war. Sonst hätte es des tapfern Wortes nicht bedurft: „Wenn tausend und aber tausend Welten mein wären, so wollt' ich dieser Beicht' nicht ein Stück aus der Kirche lassen kommen!" An diesen Exempeln möge es genug sein. Denn daß schon vor Jahrtausenden ein frommer Sänger klagen mußte: „Die Thoren sprechen in ihren Herzen: es ist kein Gott!" gemahnt an eine Stufe der freien Vernunftentwickelung den Zeugnissen der Offenbarung gegenüber, welche selbst die entschiedensten Gegner des „neuen Katechismus" trotzdem noch nicht erreicht zu haben scheinen, daß sie im neunzehnten Jahrhundert leben. Und aus dem Gesagten erhellt ja zur Genüge, wie der Schatten von jeher das Licht bezeugt hat und auch die gegenwärtigen Auslassungen wider die biblische Wahrheit nur den alten Spruch von Neuem bestätigen: „Der Glaube ist nicht Jedermanns Ding!" (vgl. 1 Cor. 2, 14.) g) Alter schützt vor Thorheit nicht. Die Sonne geht mit der Zeit auf und mit der Zeit auch wieder unter. Wer wird am Abend helleres Licht erwarten als am Morgen? Und doch ist die Zeit inzwischen weit vorgeschritten. Bis um Mitternacht zählt man noch weiter. Es wird aber mit jeder neuen Stunde nur finsterer als es zuvor war. Also ist der Fortschritt der Zeit nicht immer ein Gewinn an Einsicht und Weisheit. Von dem Menschengeschlecht im Ganzen und Großen gilt vielmehr so wohl das obige Sprichwort wie von dem einzelnen Individuum. h) Was fehlt der Protestation in Nr. 178 zu der v. 18. April 1521? Sie will offenbar dem herrlichen Bekenntniß Luthers in Worms gemäß sein. Zu demselben fehlt aber, was auf Seiten der sündigen Menschenkin⸗