# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1863_S133 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit. 133 die christliche Lehre von der Erlösung. Das ist fast nicht zu erklären, wenn sie in dem Teufel der Bibel ihren „Doppelgott" einerseits wiedererkannt hätten. Denn wo die Gewalt des Teufels anerkannt wird, lernt man bald mit Luther beten: „ich glaube, daß Jesus Christus — sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat — von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels." Sonst ist es allerdings unmöglich, dabei die Vorstellung von einem weisen und gütigen Gott zu bewahren. Ja, ein Pole lästerte Gott um eines geringeren Tyrannen willen. Anklänge an die Offenbarung finden sich ja freilich unter heidnischen Völkern von jeher, so sehr auch durch das Ungeschick der menschlichen Vernunft, Himmelspflanzen zu ziehen arge Carricaturen je mehr und mehr daraus erwachsen sind. Sie sind eben so wohl aus der Berührung zu erklären, in die Israel mit andern Völkern kam, um ihnen sein Gotteswort mitzutheilen, wie sie auf den gemeinschaftlichen Ursprung des Menschengeschlechts hinweisen Das hingegen wäre eine seltsame Argumentation, die spanischen Trauben deßwegen für ein unechtes Gewächs zu erklären, weil auch in den Urwäldern Amerikas wilde Weinbeeren wachsen. Was die Lehre vom Teufel betrifft, so muß man alle Evangelien Lügen strafen, wenn man sie leugnen will. Auch hierin wird es offenbar, daß der Widerspruch gegen den neuen Katechismus im Grunde nur Vorwand, Abneigung gegen das Evangelium der eigentliche Kern aller betreffenden Proteste und Petitionen ist. d) Wie sich die Astronomie und jede andere Wissenschaft zur Offenbarung verhält. Wie an der Wurzel des Baumes Erde klebt, so geht die Offenbarung des heiligen Geistes in die Vorstellungen der Zeit ein (denn eine Mutter lallt ja mit dem Kinde) so weit sie dem Gebiete angehören, dessen Königin die Vernunft ist und läßt sie im Lauf der Jahrhunderte sich selbst corrigiren. Wie aber nicht der grobe Stoff der Erde in die zarten Fasern dringt, sondern nur ihre verborgenen Kräfte durch den Stamm und die Äste bis in die Krone emporsteigen, so berührt kein Irrthum der Zeit die Himmelskunde von dem ewigen Rathschluß der Gnade Gottes und unsrer Erlösung; sondern was davon in die Bibel geflossen ist, bleibt in dieser seiner Anwendung ewig wahr. Und wer darf denn behaupten, daß dem Meister des Weltalls nicht auch die Gestalt seines Gebildes, selbst in der engen Begrenzung, worin wir sie schauen, zu dem gnadenvollen Werke dienen müsse, dessen Form und Zurüstung nur die ganze gegenwärtige Welt ist? Hört der Spiegel darum auf, dem Kinde sein Angesicht zu zeigen, daß dies dahinter geblickt und nur Quecksilber entdeckt hat, wo es eine freundliche Gesellschaft erwartete? — Sich beim Bibellesen an den neuen Entdeckungen der Astronomie stoßen und umgekehrt, heißt bei einem schönen Gemälde nur an die Fäden denken, aus welchen die Leinwand gewoben ward, worauf es nun prangt. e) „Die auch nicht Buße thaten für ihre Morde, Zauberei, Hurerei und Dieberei" klagt die Offenb. 9, 21. Stirbt denn die Sünde der