# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1863_S132 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 132 Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit. mal gewohnt sind, auf den Wogen des oberflächlichen Raisonnements das Schifflein ihrer Ueberzeugung bald emporschweben, bald wieder sinken und mit Wellen bedecken zu lassen. Was nun übrigens noch dem „neuen Katechismus“ vorgeworfen werden möchte, betrifft die Form des Ausdrucks, veraltete und der gewohnten Rede⸗ weise fremdartige Wörter. Hiebei wird aber übersehen, daß auch unsere Bibel nicht die Sprache der Salons hat. Dennoch stört sie Niemand in der Andacht. Gewiß wird auch der Katechismus das nicht thun. Ueber die Form der Einführung muß ich abermals bemerken, daß der Grundfactor jeder Verfassung die Constitution des Gemeinwesens ist. Die lutherische Kirche ist in bewegter Zeit sichtlich von Gott gegründet worden. Unsere Zeit ist nicht danach angethan, daß sie eine Kirche gründen könne. Sie hat die Kirche vielmehr als ein Erbe überkommen. Die Bekenntnisse sind das Testament. Sie sind unantastbar. Würden die beeidigten Wäch⸗ ter des Heiligthums diese abrogiren, so wäre der Protest gerechtfertigt. Da aber gegenwärtig der Protest gegen eine Bekenntnißschrift der Kirche selbst gerichtet ist, so gilt ein höheres Recht als das der formellen Zustimmung. Der Verf. der Randbemerkungen No. 163. IV. Ein Paar N. B. zu der neuen Protestation gegen das Wort der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist. *) a) Ein Wunder, daß noch Brod aus der Erde wächst, wie seit Jahr⸗ tausenden, nachdem die Sterngucker rechnen gelernt haben. b) Wer wollte nicht lieber fromm sein als ein Sünder? Nur schade daß der Tod noch immer nicht hinwegphilosophirt werden konnte! Er soll der Sünde Sold sein, sagt die Bibel. — Uebrigens schreibt doch kein Apostel, daß irgend Einer Adams Fluch tragen muß, der nicht auch selbst gesündigt hat. Es liegt vielmehr für das wurmstichige Geschlecht ein Trost und eine Hoffnung darin, wenn wir Röm. 5, 18. lesen: „Wie nun durch Eines Sünde die Verdammniß über alle Menschen ge⸗ kommen ist, also ist auch durch Eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen gekom⸗ men. 19. Denn gleich wie durch Eines Menschen Unge⸗ horsam Viele Sünder geworden sind, also auch durch Eines Gehorsam werden viele Gerechte.“ c) Sonderbar, daß die Perser, Indier und Aegypter die Verwandtschaft nie anerkannt haben, in der etliche Lehren der Bibel und ihre Mythologie mit einander stehen sollen! Die Perser namentlich spotteten gewaltig über *) Diese hier folgenden von der genannten Zeitung nicht aufgenommenen Aphorismen sind Randbemerkungen zu einer von den Gliedern der Gemeinde in Halle unterzeichneten, an das hannoversche Ministerium des Cultus gerichteten und in der Hildesheimer Allgem. Zei⸗ tung vom 29. Juli v. J. veröffentlichten Vorstellung. Indem wir letztere hier weglassen, hoffen wir, daß die Aphorismen nichts desto weniger verständlich sein und ihr Gegensatz leicht werde erschlossen werden könne. D. R.