# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1863_S130 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 130 Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit. Luther und seines Buchs so wie derer, die an der lutherischen Kirche ein un⸗ beflecktes Heiligthum zu besitzen glauben, bei der bloßen Beschuldigung nicht beruhigen. Ich fordere den Beweis und erschrecke nicht vor der Bravade, daß O. C. R. Meyer, Kirchenr. Schenkel und andere Prof. es bewiesen haben und daß Jeder es wissen müsse, der mit den neuesten Forschungen ꝛc. bekannt sei. Wohl ist mir auch nicht unbewußt, wie Vieles die Theologie der neue⸗ ren Zeit im Widerspruch mit dem „Glauben“, auf den ich in No. 163 hinwies (s. Röm. 12, 7.) entdeckt zu haben vermeint. Und wollte ich mich damit zufrieden geben, mich „nur obenhin“ mit solchen Ergebnissen der neuen Forschung zu beschäftigen, so möchte der Staub derselben auch meinen Blick trüben. Ich habe aber auf dem Wege des religiösen Bedürf⸗ nisses gelernt, die Spreu vom Weizen zu unterscheiden, mich, wie ich schon früher sagte, an gesundes Brot zu halten und nach der Gnade zu be⸗ gehren, die das Herz fest macht. (vgl. 2 Petr. 1, 19.) Man rede doch nicht so ins Blaue hinein! Man lese Luthers Katechis⸗ mus und prüfe jedes einzelne Wort desselben, ob es aus Gottes Wort ge⸗ schöpft sei oder nicht. Aber man muthe dem Glauben und denen, die ihn bekennen, nicht zu, „dem heutigen Zeitbewußtsein“ das Richt⸗ scheid zu überlassen. Denn wir Protestanten dulden keine andere Herrschaft als die der heiligen Schrift. Daß sie zur Geltung komme, ist unsere einzige Aufgabe. Was hat man aber im Licht des Wortes Gottes Ungehöriges an Luthers Katechismus entdecken können? Man wirft ihm und der Erklärung desselben vor: 1. Daß er die Lehre bringe, es gebe einen Teufel. Ich frage: hat diese Lehre keinen Grund in der Bibel? Oder woher sonst sollte sie in den „neuen Katechismus“ geflossen sein? Der Teufel, lehrt die Schrift, verführt Eva, versucht Christum, wird von unserm Erlöser ausgetrieben u. s. f. Welche Exegese kann diese Lehre aus der Bibel ausmerzen? 2. Daß er es wage, von Zauberei zu reden. — Freilich war dies nicht zu umgehen: denn in der Auslegung des zweiten Gebotes hat Luther diese Sünde berührt. So verbietet Gott in den Büchern Mose ausdrücklich die⸗ selbe. „Einen Zauberer sollst du nicht leben lassen unter deinem Volk!“ Von Saul wird erzählt, daß er in Endor zur Zauberei Zuflucht genommen habe. Die Apostel kommen wiederholt in den Fall, Zauberern entgegenzu⸗ treten. (vgl. Apostelg. 8, 9. 13, 8. 16, 16.) Noch am Schluß des heiligen Bibelbuchs werden auch „die Zauberer“ unter denen genannt, die „draußen sind.“ (s. Offb. 22. 15.) — Es läßt sich also eigentlich doch nichts dagegen einwenden, daß auch diese Sünde gegen das zweite Gebot gehörig erklärt wird, als daß es „dem heutigen Zeitbewußtsein“ nicht entspreche. Da nun aber die lutherische Kirche an einen Herrn glaubt, der wohl die Zeit und zwar auch die unsrige mit sammt ihrem Bewußtsein rich⸗ ten wird, keinesweges aber seine Bibel und den Glauben ihrem Scepter unterworfen hat, so möchte wohl keine Frage sein, wer in diesem Fall seinen