# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1863_S125 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 125 nalistische Lehre vom heil. Abendmahl geführt wird, deren sich selbst die Calvinisten, einen Calvin und Beza an der Spitze, geschämt haben; abgesehen davon, daß der Schreiber zugleich eine völlige Unkenntniß der Lehre von den Tropen zu Tage legt; denn wäre der Satz: Das ist mein Leib, ein Analogon des Satzes: Ich bin die Thür, so müßte es heißen: Mein Leib ist Brod. Aus dem Süden. In dem Lutheran Observer vom 6. März lesen wir: „Das Blatt The southern Lutheran wird noch immer zu Charleston in Süd-Carolina unter der Editorschaft des Dr. Bachmann und Rev. Aldrich veröffentlicht. Es zeigt sich frei von jener politischen Bitterkeit, die den weltlichen Blättern im Süden gemein ist. Während es die laufenden Kriegsereignisse geschichtlich berichtet und die Rechtmäßigkeit der Rebellion festhält, vermeidet es sorgfältig alle Ausdrücke persönlicher Gereiztheit gegen seine nördlichen Brüder und widmet seine Spalten hauptsächlich der Verbreitung religiöser Erkenntniß. Die Kirchen sind unter den vorhandenen Anregungen wundervoll freigebig und voll glühenden Eifers in ihrer Unterstützung des Blattes. Eine kleine Gemeinde in Virginien sendete neulich vierzig Subscribenten ein. Das Newberry College ist noch in Thätigkeit unter Rev. Smeltzer als Präsident, unterstützt durch die Ehrw. Eichelberger und Schreckheyser, als Professoren der alten Sprachen und der Mathematik. Die Zahl der Studenten ist klein, aber die Trustees scheinen entschlossen, daß das College den Krieg überleben solle.“ II. Ausland. Hannover. Auf dem am 5. Dec. vorigen Jahres in Stade abgehaltenen Landtage stellte der Landrath Neubourg den Antrag: „daß die Landschaft es geschehen lassen wolle, daß der kleine lutherische Katechismus in der Ausgabe von Sötefleisch“ (ein vortreff- liches Büchlein) „wenigstens in den Schulen, in welcher derselbe schon seit längerer Zeit in Gebrauch gewesen, auch ferner dem Religionsunterrichte für die kleineren Kinder zum Grunde gelegt werde.“ Als das Präsidium die Abstimmung über diesen Antrag in der Weise angeordnet hatte, daß die für denselben Stimmenden aufstehen sollten, erhoben sich von den 30 anwesenden Mitgliedern der Landschaft 15. Während der Zählung erhob sich noch ein Mitglied, welches die Fragstellung mißverstanden hatte, inzwischen aber von einem Nachbar darüber belehrt war. Nun erklärte aber das Präsidium, daß die Stimme dieses einen Mitgliedes nicht mehr für sondern gegen den Antrag gerechnet werden müsse, weil mit dem Beginn der Zählung der Act der Abstimmung vollendet sei, und die letztere nachträglich nicht mehr geändert werden könne. Bei dieser Erklärung verblieb es troß des von mehren Seiten dagegen erhobenen lebhaften Widerspruchs; und so ergab sich das Re- sultat, daß der Antrag als mit Stimmengleichheit abgelehnt galt; obwohl in Wirklichkeit 16 Mitglieder der Landschaft für und 14 gegen die Beibehaltung des kleinen lutherischen Katechismus von Sötefleisch gestimmt hatten. — Solche Manöver ver- setzen unwillkührlich in hiesige amerikanische Collegien, nur daß es besonders betrübend ist, zu hören, daß drüben solche unehrliche Machinationen selbst dazu angewendet werden, dem Volke Gottes reines Wort vorzuenthalten. — Zur Einsicht der gegenwärtigen kirchlichen Zu- stände Hannovers dürfte ferner dienen, was die Vossische Zeitung unter dem Datum: Han- nover, 9. Decbr. schreibt: „Das hiesige Consistorium hat sich genöthigt gesehen, auch in Betreff der Teufelsaustreibung (soll wohl heißen Absagung) bei der Taufe dem mächtigen Strom der Zeit nachzugeben, indem es einstweilen den Geistlichen in Brevensen bei Uelzen erlaubt, jene“ (den Teufelskindern) „anstößige Frage (widersagst du dem Teufel ꝛc.) weg- zulassen, unter dem Vorbehalt jedoch, den Sinn derselben in die Taufrede aufzunehmen.“ Papismus. Unter dem Datum: Rom 31. Jan., lesen wir im Kathol. Wahr- heitsfreund vom 4. März: „Pius IX. wird sich zu keinem ähnlichen Verdammungs-Act gegen die Polen wie sein Vorgänger durch diplomatische Insinuationen bestimmen lassen.“ Gewiß, denn der Pabst verdammt die Revolution nur dann, wenn sie seinen zeitlichen In- teressen entgegen ist; im gegentheiligen Falle fördert er sie, ja, als der rechte Antichrist zettelt er sie selbst an.