# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1863_S121 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit. 121 „will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf Erden. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt, denn mich, der ist meiner nicht werth. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt, denn mich, der ist meiner nicht werth. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist meiner nicht werth. Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird es finden." Matth. 10, 32—39. Nicht die menschliche Rücksicht auf irgend welches Urtheil oder Wohlgefallen in der Welt, sondern die Frage: Was sagen die Apostel und was sagt Christus zu unserm Katechismusstreit? leitete den Verfasser dieser geringen Schrift, als er zur Steuer der Wahrheit der ersten Aufregung über die Königliche Verordnung vom 14. April d. J. in der Zeitung, die man bei ihm liest, entgegentrat. Deswegen wählt er bei dem gegenwärtigen Separatabdruck der betreffenden Zeitungsartikel auch erkennen. So möchte auch dies Pröbchen genügen. Ich kann ja nicht mehr bieten, obgleich ich meinen Freunden drüben mehr schuldig wäre. Nur dann und wann reißt mich noch einmal der alte Hang fort; ich muß den Vorwitz aber immer bitter büßen. Gegenwärtig fühlt zudem die traurige Erfahrung meine Hitze, daß Nichts mehr hilft. Das Feuer kann zufrieden sein, wenn es vor dem Wasser bleibt: nimmer wird sich dies von ihm anzünden lassen. Wehe darum denen, die uniren wollen, wenn Gott zum Streit ruft! Nach dieser Vorbemerkung wird es Sie weniger befremden, daß ich mit den angebogenen Ueberresten der zum Kampf für Luthers Wort und Geist auch meines Theils geschmiedeten Waffen, nachdem ein unzeitiger Friede sie zum Gebrauch nicht kommen lassen wollte, in ein Land pilgere, das ich um deß willen trotz alles Dranges preise, weil es — noch kriegen kann. In der alten Welt hingegen scheinen Processe allein noch aufkommen zu sollen. Der Streit um ideelle Güter ist in den Augen dieses Geschlechts Thorheit. Kein größerer Narr aber als wer für Gott und den Glauben ficht! Da diese Gesinnung in unserem Katechismuskriege bisher die Herrschaft behauptet hat, so scheint er mir ein beachtenswerthes Zeichen der Zeit zu sein. Die Erde ist dürre worden und die Sichel schon geschliffen! Auch das dient Gottes Kindern zum Besten. Ich bekenne mit Zittern, daß ich es auch an mir in großer Schwachheit erfahre. Schmerzt es auch, durch Offenbarung eines Schadens, den man so gern leugnet, nach dem Geist in gleichem Maße vom Fleisch gesondert zu werden, als es sich in seiner Blöße zeigt, so ist doch nun einmal in der Wahrheit allein Frieden. Meinen Freunden und Wohlthätern wird daher dies geringe und schwache Lebenszeichen dessen, den sie auf ihren Händen tragen, der sammt den Seinen in Gott von ihrer Güte lebt, ein tröstlicher Beweis sein, daß ich, wo ich auch bin, das Leiden dieser Zeit, nämlich den Schmerz, die feindselige Welt und den Mörder von Anfang den Glauben bedrängen und bedrohen, auf die Breite der Erde treten und die geliebte Stadt umringen zu sehen, mit ihnen theile und in solcher Gemeinschaft des Geistes täglich mehr meine Ohnmacht und die Kraft meiner Sünde fühle, aber auf die Weise auch immer tiefer dadurch beschämt werde, daß Christus mir unwerthem Gefäß seine Gnadengegenwart nicht entzieht. Dies Zeugniß mein Gruß. R. Röbbelen.