# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1863_S120 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 120 Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit. politische Dinge bestätigt, so bestätigt es auch die Freiheit, die Herrngewalten und Knechtschaften. Zu diesem Gebrauch müssen ähnliche Zeugnisse von den Herren und Knechten in Paulus angewendet werden, zu Widerlegung der Schwarmgeister, welche die Herrengewalten, die Eigenthumsrechte, die Knechtschaften und ähnliche politische Ordnungen aufheben. Und ohne Zweifel hatten am Anfange der Kirche einige schlecht Unterrichtete ähnliche Ueberzeugungen, als ob die Menschen nicht mit Knechtschaft zu beladen seien. Daher wurden die Knechte störrig. Darum wiederholt Paulus öfter das die Knechte betreffende Gebot, und fügt hinzu, damit sie das Evangelium nicht schänden möchten. Weil die Menschen, wenn sie hörten, daß durch das Evangelium die politischen Verhältnisse aufgelöst werden, abgeschreckt und das Evangelium beschimpft wird. Vor solchen Aergernissen haben sich Fromme auch mit Fleiß zu hüten." (In epist. Pauli ad Tim. Argentor. 1540. S. 257. 8.) Martin Chemnitz, der bekannte unvergleichliche zweite Martin unserer Kirche, nachdem er in seinen Locis die Stellen der Schrift aufgeführt hat, in welchen die Pflichten der Herren beschrieben werden, fährt also fort: „Die Pflichten der Knechte aber sind noch sorgfältiger beschrieben, weil ihr Zustand sehr hart war, und es des christlichen Bekenntnisses unwürdig zu sein scheint, daß die, welche durch Christi Blut frei gemacht sind, von Menschen mit dem knechtischen Joch gedrückt werden. Paulus stellt daher den Gehorsam der Knechte so dar, daß er sie zuerst zu dem Gedanken leitet, daß ihnen die Knechtschaft nicht aus Zufall oder durch eine ungerechte menschliche Gewalt auferlegt sei, sondern daß Gott selbst die Berufsarten auf diese Weise ausgetheilt habe. Sie sollen sich daher ihren Herren unterwerfen um des Willens Gottes willen, und, da derselbe durch jenen Beruf den Herren ihre Arbeit gewissermaßen verdingt habe, nicht zweifeln, daß Gott ihre Dienste als ihm selbst geleistet achte." (Loc. th. II. 64.) Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit? *) „Wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den *) Unser lieber Röbbelen, obwohl krank und elend in seinem Vaterlande weilend, hat doch nicht unterlassen können bei dem dort ausgebrochenen Streite ganz unthätig zu sein. Er hat für die Wahrheit und gegen den laut werdenden Irrthum in einer Reihe von Aufsätzen theils in, theils für die Hildesheimer Allgemeine Zeitung das Wort ergriffen. Diese Artikel hat er denn als ein Lebenszeichen für seine hiesigen Brüder uns zugesendet und denselben obigen Gesammttitel gegeben. Wir theilen dieselben hier, ebenso wegen ihres objectiven, als subjectiven Werthes unseren Lesern mit. Röbbelen begleitet die Zusendung mit folgendem Schreiben: Gronau a. d. L. am 23. October 1862. Verehrter Freund! Hiebei eine kleine Probe von der sonderbaren Mischung der fremdartigsten Elemente, wie sie die Landeskirchen unserer Tage liefern. Ein wenig von der Glocke geschabt, gibt sie vollständig zu