# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1863_S106 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 106 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. seiner ganzen Philosophie entworfen hat, und welche wir nach der Ersten deutschen Uebersetzung des Diogenes Laertios, Leipzig, Schwikert, 1806 mittheilen: „Nichts wird aus Nichts, denn sonst würde aus allem alles werden, und es keiner Samen vonnöthen haben; und wenn das, was unter seiner Gestalt verschwindet, in das Nichts aufgelöst würde, so wären alle Dinge schon vernichtet, wenn die Elemente, in die sie sich auflösen, nicht zu sein fortdauerten. Nun war aber das Weltall ewig so, wie es jetzt ist, und wird ewig so sein, weil nichts ist, in das es sich verwandeln könnte; denn außer dem Ganzen giebt es nichts, das in dasselbe eindringen und eine Verwandlung bewirken könnte." „Die Atome sind in beständiger Bewegung und theils weit von einander entfernt, theils gerathen sie durch eine ähnliche Bewegung mit einander in Verbindung, wo denn diese neuen Verbindungen andern in den Weg treten und sie aufhalten. Denn die Natur des leeren Raumes, welcher jedes Atom von dem andern trennt, muß dieses bewirken, indem es nach derselben unmöglich wäre, daß sich aus den Atomen feste Körper bildeten. Allein die den Atomen eigene Solidität bewirkt durch den Stoß eine Gegenbewegung, deren Wirkung endlich eine Verbindung und Zusammenfügung sein muß. Es ist unmöglich, einen Anfang dieser Zusammensetzungen zu bestimmen, indem ihre Ursachen, die Atome und der leere Raum immer gewesen sind.— Auch die Farbe wird nach der Stellung der Atome geändert." „Die Seele kann auch nicht als etwas unkörperliches betrachtet werden. Denn der Begriff des unkörperlichen findet nur bei dem leeren Raum statt: Der leere Raum aber kann weder etwas thun, noch leiden, sondern gewährt nur den Körpern die Bewegung in sich; daher denn diejenigen thörichtes Zeug reden, welche die Seele unkörperlich nennen; denn sie könnte weder etwas thun, noch leiden, wenn sie das wäre: nun aber bemerken wir ganz offenbar diese beiden Erscheinungen an der Seele." „Was die Figur, die Farbe, die Größe, die Schwere und andere Prädikate betrifft, welche dem Körper entweder zufällig sind, oder allen Körpern, oder wenigstens den sichtbaren und durch die Empfindung fühlbaren Körpern eigen sind, so muß man sie nicht für selbständige, in der Natur befindliche Wesen betrachten, denn dies ist undenkbar, aber auch nicht für nichts, oder für fremdartige, unkörperliche Dinge, oder endlich für Theile des Körpers, sondern als ein Ganzes mit dem Körper, als welcher seine eigene aus allen diesen bestehende ewige Natur hat, ohne welche dieselbe nicht bestehen kann, es mögen nun mehrere oder wenigere Molekula in einem Körper sich verbinden; allemal wird aus allen diesen ein mit seiner eigenen ewigen Natur begabtes Ganzes entstehen. Indessen sind überall Vermehrungen und Verminderungen denkbar; wenn aber einmal eine solche Verbindung erfolgt ist, die keine fernere Trennung zum Zwecke hat, dann erhält das Ganze, nach der Vorstellung des Verstandes, das Prädikat eines Körpers." „Ferner muß man nicht glauben, daß die Bewegung und Wende der himmlischen Körper, ihre Verfinsterung, ihr Auf- und Untergang und alle damit verbundenen Folgen durch den Dienst, oder auf Befehl und Anordnung