# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1863_S105 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. 105 dem Psalmisten zu bezeugen: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes und die Feste verkündiget seiner Hände Werk! Da aus dem Vorliegenden zur Genüge ersehen werden kann, wie der Versuch, aus dem Grundsatze: Die Kraft ist nur Eigenschaft des Stoffs, das Dasein Gottes zu läugnen, gänzlich verunglücken mußte, weil er den eigentlichen Gegenstand des Angriffs gar nicht zu berühren, sondern sich nur in eine Kreisbewegung des eigenen Unsinns und Widerspruchs zu verlieren vermag; und da die Begriffe der Nichterschaffbarkeit und Unsterblichkeit des Stoffes, der Naturnothwendigkeit und der Naturgesetze, welche bei diesem Versuche zur Hülfe gerufen wurden, in den folgenden Kapiteln ausführliche Darstellung finden, so wollen wir mit einer Hinweisung auf Epikur unsere Bemerkungen über das erste Kapitel der materialistischen Lehre abschließen. Die allgemeinsten Grundzüge der Lehre Epikurs sind in den drei Behauptungen ausgesprochen, daß die einzige Quelle der Erkenntniß der Wahrheit die sinnliche Wahrnehmung, das allein Seiende die Menge der materiellen Atome, und das vom Menschen ausschließlich zu Erstrebende das Vergnügen sei. Die ersten beiden Behauptungen hat der Leser schon unzweifelhaft als die Grundlagen der obigen materialistischen Auseinandersetzung des Verhältnißes von Kraft und Stoff erkannt und eingesehen, daß die Geltendmachung dieser alten Behauptungen, nicht aber die Verbreitung einer durch neue und großartige Erwerbungen der empirischen Wissenschaften gewonnenen neuen Erkenntniß das Motiv jener Auseinandersetzung bildet. Daß die dritte Behauptung den eigentlichen Beweggrund abgiebt zur Aufstellung der beiden ersten, da sie nur den Zweck haben, die dritte zu rechtfertigen, das bedarf, auch in Bezug auf die Materialisten unserer Zeit, kaum eines Nachweises. Wir citiren zum Belege nur eine Stelle aus dem Vorwort, worin Dr. Büchner mit allem Anstand, den die heutige Zeit noch fordert, das Ziel des Strebens der Materialisten blos legt. Er sagt: „Je mehr wir uns von der Abhängigkeit von allen außer uns stehenden Gewalten oder Hoffnungen emancipiren, um so mehr muß uns neben dem Bewußtsein eigener Größe (!) der Wunsch erfüllen, unser Leben so nutz- und genußbringend (!), demnach so ideal als möglich für den Einzelnen, wie für die Gesammtheit einzurichten." Den Ruhm, ihre Lehre sei eine großartige Erwerbung der Neuzeit, können die Materialisten nur bei der unwissenden Menge behaupten. Sie haben nicht einmal das Verdienst, ihr zuerst wissenschaftlichen Ausdruck gegeben zu haben. Schon Epikur selbst hat sie in wissenschaftlicher Form und wissenschaftlichem Zusammenhange vorgetragen, und zwar ohne den widerlichen Wust fortlaufender Begriffsverwechselung, Aufstellung des Geleugneten und Leugnung des Aufgestellten, den wir in der Darstellung der modernen Vertreter seiner Lehre finden, so daß sie, dem alten Meister gegenüber, wie spielende Affen erscheinen. Man vergleiche mit der obigen Darstellung z. B. folgende, auf dies Capitel bezüglichen Stellen aus Epikurs Briefe an Herodotos, in welchem er eine Skizze