# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1863_S103 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. 103 eine Kraft, die sich nicht äußert, in vollster Energie existirt. — „— Dieselbe in ewiger, in sich selbst zufriedener Ruhe oder innerer Selbstanschauung versunken vorzustellen — läuft eben wiederum auf eine leere und willkürliche Abstraction ohne empirische Basis hinaus." — Man vergesse jedoch nicht, daß wir das Privilegium haben zu verbieten, daß man z. B. unsere, in der Mitte des Magneten unthätig haftende, und darum ohne Zweifel in in sich selbst zufriedener Ruhe oder innerer Selbstanschauung versunkene Kraft für eine leere und willkürliche Abstraction ohne empirische Basis erkläre. — „So bliebe nur eine dritte Möglichkeit übrig, d. h. die ebenso sonderbare als unnöthige Vorstellung, es sei die Schöpferkraft plötzlich und ohne bekannte Veranlassung aus dem Nichts emporgetaucht, habe die Welt geschaffen (woraus?)" — Diese Frage: woraus? stelle ich, Forscher Dr. Büchner, mit Absicht hierher, denn wir Materialisten müssen, um die Gottes-Idee erfolgreich bekämpfen zu können, immer thun, als hieße schaffen nicht: bewirken, daß etwas ist, das vorher nicht war, sondern, das schon Vorhandene in neuer Weise verbinden. Diese Verwechselung hat uns schon bedeutende Dienste geleistet. — „und sei mit dem Moment der Vollendung wieder in sich selbst versunken, habe sich gewissermaßen an die Welt dahin gegeben, sich selbst in dem All aufgelöst. Philosophen und Nichtphilosophen" — Namen nennen wir nicht aus leicht zu errathenden Gründen — „haben von je diese Vorstellung, namentlich den letzteren Theil derselben mit Vorliebe behandelt, weil sie auf diese Weise die allzu unbestreitbare Thatsache einer einmal festgesetzten und unabänderlichen Weltordnung mit dem Glauben an ein individuelles schaffendes Prinzip vereinigen zu können glaubten." — Nur jede Behauptung am rechten Orte verwendet, wie schon gesagt worden, das hilft unglaublich viel. Hier dient es vortrefflich zu unserm Zwecke, wenn wir eine einmal festgesetzte Weltordnung für eine Thatsache erklären, die allzu unbestreitbar sei. An einer andern Stelle, um eine etwa darinliegende Hinweisung auf Gott läugnen zu können, wird es uns ganz leicht werden, eine solche Thatsache zu bestreiten und nachzuweisen, wie eine solche Vorstellung nur auf eine leere und willkürliche Abstraction ohne empirische Basis hinauslaufe. Denn wie sollten die Stofftheilchen etwas anerkennen, das ihnen eine Ordnung festseßte, da jedes von ihnen allein seinen eigenen Gesetzen folgt, wie wir schon bewiesen haben, und sollten etwa diese eigenen Gesetze jene einmal festgesetzte Ordnung selbst sein, so kann dies einmalige Festsetzen weder vor ihrem Anfang fallen, denn sie waren von Ewigkeit noch in ihrem Anfang, denn sie haben keinen, noch nach ihrem Anfang, denn sie waren von Ewigkeit, was sie sind. — „Auch alle religiösen Vorstellungen lehnen mehr oder weniger an diese Idee an, nur mit dem Unterschiede, daß sie den Weltgeist nach der Schöpfung zwar ruhend" — denn Unwahrheiten sind oft sehr zweckdienlich angebracht — „aber doch als Individuum, das seine gegebenen Gesetze jeder Zeit wieder aufheben kann, denken. Es können uns Vorstellungen dieser letzteren Art nicht weiter beschäftigen." — denn mit dem Begriffe Gottes, den wir eigentlich zerstören wollen, der sich aber merk-