# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1863_S102 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 102 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. verhalten — eine Vorstellung, deren Unmöglichkeit wir bereits oben nachgewiesen zu haben glauben. Eine ruhende, unthätige Schöpferkraft würde eine eben so leere und haltlose Abstraction sein, als die einer Kraft ohne Stoff überhaupt." — Nur vertrauten Freunden wollen wir in's Ohr sagen, daß wir den Satz absichtlich etwas dunkel gelassen haben, weil er den Hauptpunkt unseres Beweises bildet, und daß unser Argument auf den beiden Sätzen ruht: 1) der Stoff ist vor seiner Erschaffung schon vorhanden; 2) die Schöpferkraft ist die Kraft oder Bewegung des Stoffes, also die geschaffene Kraft. Sollte darum die Schöpferkraft vor der Erschaffung der Welt dagewesen sein, so hätte sie, da sie die Bewegung des Stoffes ist, und also ohne Stoff sich nicht bewegen kann, in vollkommener Ruhe und Trägheit sich dem Stoff gegenüber unthätig verhalten, bis sie in den Stoff hineingefahren wäre, um ihn zu erschaffen. Der Stoff hingegen wäre der Kraft gegenüber form- und bewegungs- oder kraftlos gewesen; und wir haben nachgewiesen, daß der kraftlose Stoff sich dann augenblicklich selbst aufheben und spurlos im Weltenraume verschwimmen müßte. Er hätte dann also nicht vor seiner Erschaffung schon da sein können und die Schöpferkraft wäre dann nicht die Bewegung des Stoffes oder die geschaffene Kraft. Also ist bewiesen, daß Gott nicht vor der Schöpfung sein konnte. — „Nachher konnte oder kann sie nicht sein, da wiederum Ruhe und Thatenlosigkeit mit dem Begriff einer solchen Kraft unverträglich sind, und sie selber regieren würden. Die Bewegung des Stoffes folgt allein den Gesetzen, welche in ihm selber thätig sind," — Man muß nur Alles richtig am richtigen Orte verwenden, dann gelingt es auch einem Menschen. Als wir oben genöthigt waren, die Kraft zu erklären, konnten wir gegen die Gottes-Ideen nur dadurch unsere Stellung behaupten, daß wir glücklicher Weise auf den Einfall geriethen, alle Bewegung des Stoffes gehe durch Ansteckung von einem Körper auf den andern über. Hier kann gegen dieselbe lästige Idee nur eine gegentheilige Behauptung uns zum Ziele führen, nämlich: Die Bewegung des Stoffes gehe allein von den lebendigen und thätigen Gesetzen, die in jedem Stoffe stecken, auf den Stoff selbst über. — „und die Erscheinungsweisen der Dinge sind nichts weiter als Produkte der verschiedenen und mannigfaltigen, zufälligen oder nothwendigen Combinationen stofflicher Bewegungen untereinander. Nie und nirgends, in keiner Zeit, und nicht bis in die entferntesten Räume hinein, zu denen unser Fernrohr dringt, konnte eine Thatsache constatirt werden, welche eine Ausnahme von dieser Regel bedingen," — denn wir haben zu allen Zeiten und überall mit unserem Fernrohre die thätigen Gesetze im Stoffe sitzend gefunden, — „welche die Annahme einer unmittelbar und außer den Dingen wirkenden" — und dadurch den Stoff bewegenden, — „selbstständigen Kraft nothwendig machen würde. Eine Kraft aber, die sich nicht äußert, kann nicht existiren." — Nur macht die so nöthige Wiederholung dieses Gedankens die nochmalige Erinnerung nothwendig, daß wir bereits auch, um der Gottes-Idee den Todesstoß zu versetzen, am Magneten zur Evidenz gebracht haben, daß in der Mitte desselben