# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1863_S101 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. 101 nicht geschaffen sein. Allerdings ist der Begriff „„Ewig““ ein solcher, der sich schwer mit unseren endlichen Verstandeskräften" — endlichen Verstandeskräften, die jedoch, wie soeben gesagt, von Ewigkeit, also unendlich sind; denn Geist existirt nicht, alle Kraft ist Eigenschaft des Stoffes — „zu vertragen scheint, da wir ihn nicht vorzustellen vermögen; nichts destoweniger lassen uns die Thatsachen" — die uns freilich unbekannt sind, weshalb wir falsche Schlüsse an ihre Stelle setzen — „keinen Zweifel an der Ewigkeit der Welt. — In wie vielen anderen Beziehungen noch die Vorstellung einer individuellen Schöpferkraft an Absurdidäten leidet, werden wir im Verlaufe unserer späteren Betrachtungen einigemal gewahr werden. — Daß die Welt nicht regiert wird, wie man sich wohl hin und wieder auszudrücken pflegt, sondern daß die Bewegungen des Stoffes einer vollkommenen und in ihm selbst begründeten Naturnothwendigkeit gehorchen, von der es keine Ausnahme giebt" — denn selbst die Feder konnte ich, Forscher Dr. Büchner, nicht regieren, um durch sie die Resultate meiner Forschung der Welt bekannt zu machen, sondern in ihren Bewegungen gehorchte sie allein der in ihr selbst begründeten Naturnothwendigkeit — „— welcher Gebildete, namentlich aber welcher mit den Erwerbungen der Naturwissenschaften auch nur oberflächlich Vertraute wollte heute an dieser Wahrheit zweifeln? Daß aber eine Kraft — um einmal diesen Ausdruck in abstracto zu gebrauchen — nur dann eine Kraft sein, nur dann existiren kann, wenn und so lange sie sich in Thätigkeit befindet" — natürlich mit der Ausnahme, daß eine Kraft auch dann eine Kraft sein, auch dann existiren kann, wenn und so lange sie sich nicht in Thätigkeit befindet, weil man sie aus ihrem Schlummer wecken, aus ihrer Ruhe zur Thätigkeit hervorrufen kann, wie oben zur Genüge am Magnetismus erklärt worden — „— dürfte nicht minder klar sein. Wollte man sich also eine Schöpferkraft, eine absolute Potenz, eine Urseele, ein unbekanntes X — einerlei, welchen Namen man ihr giebt — als die Ursache der Welt denken, so müßte man, den Begriff der Zeit auf sie anwendend, von ihr sagen, daß sie weder vor noch nach der Schöpfung sein konnte. Vorher konnte sie nicht sein, da sich der Begriff einer solchen Kraft mit der Idee des Nichts oder des Unthätigseins nicht vertragen kann." — Nur wird gebeten, ja nicht zu vergessen, weil wir das zur Erhärtung anderer Wahrheiten nothwendig brauchen, daß nämlich eine Kraft da am stärksten sein kann, wo sie gar nicht bemerkbar wird, wo sie gar nichts thut, daß also der Begriff einer Kraft mit der Idee des Nichts oder des Unthätigseins sich sehr wohl vertragen kann, wie wir das schon am Magnetismus bestätigt fanden. — „Eine Schöpferkraft konnte nicht sein, ohne zu schaffen;" — nur vergesse man nicht, wie gesagt, daß die Anziehungskraft des Magneten da am stärksten ist, wo sie gar nicht anzieht, d. h. in der Mitte, und daß ich, Forscher Dr. Büchner, auch die Kraft habe, Holz zu hacken, aber sie hackt kein Holz, sondern ich forsche — „man müßte sich denn vorstellen, sie habe sich in vollkommener Ruhe und Trägheit dem form- und bewegungslosen Stoff gegenüber" — der natürlich vor seiner Erschaffung schon da war — „eine Zeit lang unthätig