# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1863_S81 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die alten lutherischen Lehrer über Sclaverei. 81 halten haben; sondern geht geistlich zu im Gewissen, daß uns vor Gott kein Gesetz mehr bindet, noch fähet, sondern da sind wir alle allerdings frei. Denn vorhin waren wir in Sünden gefangen, nun aber sind alle Sünden ab. Was aber Verbindniß oder Freiheit äußerlich bleibt, das sind weder Sünde noch Verdienst, sondern äußerliche Gemach oder Ungemach, Leiden oder Freuden, wie ander leiblich Gut und Uebel, in welchem beiderlei wir könnten frei und ohne Sünde leben. V. 24.: Ein jeglicher, lieben Brüder, worinnen er berufen ist, darinnen bleibe er bei Gott. Da wiederholt er zum dritten Mal diesen Beschluß von der christlichen Freiheit, daß alle äußerlichen Dinge frei sind vor Gott und ein Christ derselben mag brauchen, wie er will, er mag sie annehmen oder fahren lassen. Und setzt nehmlich hinzu: bei Gott; das ist, so viel zwischen dir und Gott daran gelegen ist. Denn du thust Gott keinen Dienst, daß du freiest, ohne Ehe bleibest, Knecht, frei, dies oder das werdest, dies oder das issest; wiederum, thust du ihm auch keinen Verdruß oder Sünde, wo du der eins lässest fahren oder anstehen. Endlich, du bist Gott nichts schuldig zu thun, denn glauben und bekennen. In allen andern Sachen gibt er dich los und frei, daß du es machest, wie du willst, ohne alle Gefahr des Gewissens, sogar auch, daß er nichts darnach fragte seinethalben, ob du auch dein Weib fahren ließest, vom Herrn liefest und keinen Bund hieltest, denn was hat er davon, daß du solches thust oder lässest? Aber weil du deinem Nächsten damit verhaft bist, des du eigen worden bist, will Gott niemand das Seine nehmen durch seine Freiheit, sondern will das deinem Nächsten gehalten haben. Denn obwohl Gott seinethalben desselben nichts achtet, so achtet ers doch deines Nächsten halben. Das meint er, daß er saget: bei Gott; als sollte er sagen: Bei den Menschen oder bei deinem Nächsten mache ich dich nicht frei, denn ich will ihm das Seine nicht nehmen, bis er selbst dich auch frei gibt; bei mir aber bist du frei und los und kannst mit nichten verderben, du lässest oder haltest, was äußerlich ist. Darum so merke und scheide diese Freiheit recht, daß es zwischen Gott und dir nicht also stehet, als zwischen dir und deinem Nächsten; dort ist diese Freiheit, hier ist sie nicht. Ursach ist die, denn Gott gibt dir diese Freiheit nur in dem, das dein ist, nicht in dem, das deines Nächsten ist. So scheide nun von einander, was dein und deines Nächsten ist. Darum kann der Mann das Weib nicht lassen; denn sein Leib ist nicht sein, sondern des Weibes. Also wiederum. Item, der Knecht ist mit seinem Leibe nicht sein, sondern seines Herrn. Vor Gott läge nichts dran, daß der Mann das Weib ließe, denn der Leib ist Gott nicht verbunden, sondern frei von ihm gegeben zu allen äußerlichen Dingen und ist nur inwendig durch den Glauben Gottes eigen, aber vor den Menschen ist das Verbindniß zu halten. Das ist Summa Summarum: wir sind niemand nichts schuldig, denn lieben und durch die Liebe dem Nächsten dienen. Wo Liebe ist, die macht zu eigen, also daß keine Gefahr des Gewissens oder der Sünde vor Gott sei mit Essen, Trinken, Kleider, sonst oder so leben, ohne wo