# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1863_S79 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die alten lutherischen Lehrer über Sclaverei. 79 griffe von Eigenschaft, Kraft, Veränderung, Fähigkeit u. dergl., daß sie einem Hottentotten Schande machen würde. Auf jeden Fall könnte man sich von diesem ebensoviel richtige Einsicht in das, was Stoff ist und was Kraft, holen, als uns hier geboten wird. Diese Begriffsverwirrung wird, wo möglich, noch überboten durch die unverschämte Behauptung, die hier dargebotene Erkenntniß sei eine unzerstörbare Grundlage, und die Kraft ihrer Beweise bestehe in Thatsachen, gegen welche sich auf die Dauer nicht ankämpfen, nicht „wider den Stachel lecken“ lasse. (Fortsetzung folgt.) — — . — — Die alten lutherischen Lehrer über Sclaverei. Unserem Versprechen gemäß theilen wir nun einige Zeugnisse unserer Theologen über Sclaverei mit. Billig machen wir hier mit Luther den Anfang. Derselbe kommt auf das Knechtsverhältniß namentlich in seinen exegetischen Schriften sehr oft zu sprechen. In seiner Auslegung des 7. Cap. der 1. Epistel an die Korinther geben ihm Pauli Worte hierzu eine nöthigende Veranlassung. Wir theilen hieraus Folgendes mit: „1 Kor. 7, 20. 21.: Ein jeglicher bleibe in dem Beruf, darinnen er berufen ist. Bist du ein Knecht berufen, sorge dir nicht; doch, kannst du frei werden, so brauche deß viel lieber.“ Da wiederholet er (Paulus) zum andern Mal den Beschluß, und gibt noch ein Exempel von einem Knecht und Freien. Denn zu der Zeit waren viel eigene Leute, wie noch an etlichen Orten sind, die man Leibeigene nennt; die heißt hier St. Paulus Knechte. Nun, wie sich ein ehelich Gemahl gegen seinem Gemahl soll halten, das es auch leibeigen ist, also soll sich ein Knecht gegen seinem Herrn halten, das er leibeigen ist. Das ist, es hindert ihn nicht, daß er leibeigen ist, an seinem christlichen Glauben und darf darum nicht von seinem Herrn laufen, sondern soll bei ihm bleiben, der Herr sei gläubig oder ungläubig, fromm oder böse; es wäre denn, daß ihm sein Herr vom Glauben halten und zwingen wollte oder seinem bösen Leben nachzufolgen hielte; denn da ist's Zeit, laufen und lassen. Und allerdings, was droben von einem christlichen Gemahl gesagt ist, wie sichs gegen seinen unchristlichen Gemahl halten soll, das ist auch hier von einem christlichen Knechte gegen seinen unchristlichen Herrn zu sagen .. „Doch kannst du frei werden (spricht St. Paulus), so brauche deß viel lieber.“ Nicht also, daß du solltest deinem Herrn dich selbst stehlen und laufen, ohne sein Wissen und Willen; sondern daß du St. Pauli Wort, da er sagt, du sollest im Beruf bleiben, darinnen du berufen bist, nicht also verstehest, als müssest du leibeigen bleiben, ob du gleichwohl möchtest frei werden mit Wissen und Willen deines Herrn. St. Pauli will nur dein Gewissen unterrichten, daß du wissest, wie es beides frei sei vor Gott, du seiest leibeigen oder frei. Damit will er dir nicht wehren, daß du frei