# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1863_S78 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 78 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. Nichts zerfällt und spurlos im Weltenraume verschwimmt,“ was doch geschehen müßte, wenn sich Kraft und Stoff gerade so verhalten, wie das Sehen und der Sehapparat, so schlägt schon das Wort Apparat den Materialismus zu Boden. Denn ist der Stoff mit einem Apparate zu vergleichen, so muß es auch eine über dem Stoffe waltende Kraft geben, welche seine Theile nach einem außer ihnen liegenden Zwecke zu bestimmten Verrichtungen zusammenstellt. — Es folgt nun der, die ganze Erklärung und Begründung des materialistischen Principes krönende, Schlußsatz. — „Von je konnte uns nichts Anderes über die Existenz einer Kraft Aufschluß geben, als die Veränderungen, die wir an der Materie sinnlich wahrnahmen und die wir, indem wir sie nach ihren Aehnlichkeiten unter bestimmten Namen subsummirten, mit dem Worte „Kräfte“ bezeichneten; jede Kenntniß von ihnen auf anderem Wege ist eine Unmöglichkeit.“ Die sinnlich wahrnehmbaren Veränderungen des Stoffes werden nicht von Kräften bewirkt, sind nicht die Wirkungen von irgend welchen Ursachen, sondern sind die Kräfte und Ursachen selbst, sind als solche die von Ewigkeit vorhandenen, dem Stoffe innewohnenden Eigenschaften. Die Thatsache, daß ein Apfel heute grün ist, nach einiger Zeit nicht mehr grün, sondern gelb ist, diese sinnlich wahrnehmbare Veränderung, die voriges Jahr noch gar nicht vorhanden war, ist doch von Ewigkeit als innewohnende Eigenschaft vorhanden gewesen, und daraus folgt, daß Kraft überhaupt nur Eigenschaft des Stoffes ist! Die Stofftheilchen des Apfels sind und bleiben zuverlässig dieselben Dinge, gleichviel ob sie am Apfelbaume mit der Mutter Erde den Weltkreis durchziehen, von dem auf den Schienen dahinschmetternden Dampfwagenrade als Backobst fortgeführt werden, oder im Apfelweine über die Zunge eines Dichters rinnen (Dübois⸗Raymond). Sie haben aber eine ihnen von Ewigkeit innewohnende Eigenschaft, welche heißt sinnlich wahrnehmbare Veränderung. Daraus folgt, daß Kraft nur Eigenschaft des Stoffes sein kann. Hier hört natürlich alles Denken auf. Die Prediger des Materialismus fordern, — das muß Jedem, der die obige Auseinandersetzung vernünftig überlegt, ohne weitere Exemplification klar sein — von ihrem „gebildeten Publikum“ ein völliges Todtschlagen der Vernunft und eine sclavische Unterwürfigkeit des Glaubens an die unsinnigsten Behauptungen. Diese Unterwürfigkeit wird ihnen auch von Tausenden auf das willigste geleistet. Denn Gott, dessen Dasein die Aufgeklärten unserer Zeit ihrer Vernunft wegen behaupten leugnen zu müssen, weil sie ihm nicht mehr gehorchen wollen, läßt sie aus gerechtem Gerichte dafür in sclavischer Unterwerfung unter Narren ihre Vernunft gefangen nehmen unter dem Gehorsam der Unvernunft und des Unsinns. Jede Speculation über die Natur muß, wenn sie Werth haben soll, eine solche Zusammenstellung von klar gefaßten Begriffen suchen, welche das Seiende, das Reale in der Natur so darstellt, wie es dem, was geschieht und erscheint, zum Grunde liegt, und damit dieses Geschehen und Erscheinen begreiflich macht. Statt dessen finden wir hier eine solche Verwirrung der Be⸗