# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1863_S77 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. 77 nöthigt sind, selbst dem Menschen eine Seele abzusprechen, können wir die Stofftheilchen nicht mit Seelen begaben, — diese Veränderung des Aggregatszustandes ist also eigentlich nur für den Zuschauer vorhanden, der mehrere Theilchen zugleich im Blicke festhaltend die sich verändernden Distanzen der gegenseitigen Lage der Theilchen wahrnimmt. Das darf uns jedoch nicht hindern, diese sich verändernden Distanzen und Richtungen, die nur zwischen und außer den Theilchen sind in die Theilchen hineinzulegen als ihre unveräußerliche Eigenschaft. Ja wir müssen sagen, dieses gegenseitige sich nähern und entfernen ist von Ewigkeit unzertrennlich jedem Stofftheilchen innewohnend. Denn da es nur durch Ansteckung von einem auf das andere übergeht, es also keinen Körper giebt, der die Ortsveränderung ursprünglich erzeugt hätte — sonst müßten wir ja eine Kraft annehmen, die nicht selbst Ortsveränderung wäre, sondern sie vielmehr bewirkt hätte und kämen am Ende auf die absurde Idee einen Gott zur Erklärung der Natur zu Hülfe zu rufen, — so folgt, daß diese Ansteckung nie einen Anfang gehabt, und es ist bewiesen, daß die durch Ansteckung von einem Körper auf den andern übergehende Lagenveränderung jedem Stofftheilchen als unzertrennliche Eigenschaft von Ewigkeit innewohnt, und daß diese Erklärung der Kraft überall anzuwenden ist, wo von Kraft geredet wird. — In der That, diejenigen Männer, welche durch Auffindung und Darstellung der materialistischen Grundlehren über die Kraft ein so helles Licht in die Auffassung der gesammten Natur geworfen haben, verdienen, von der Menschheit — auf Gänseeier gesetzt zu werden. — Dr. Büchner fährt fort: „Es kann eine Kraft so wenig ohne einen Stoff existiren, als ein Sehen ohne einen Sehapparat, als ein Denken ohne einen Denkapparat. „„Es ist nie Jemanden eingefallen,““ sagt Voigt, „„zu behaupten, daß die Absonderungsfähigkeit getrennt von der Drüse, die Zusammenziehungsfähigkeit getrennt von der Muskelfaser existiren können. Die Absurdidät (sic) einer solchen Idee ist so auffallend, daß man nicht einmal den Muth hatte, bei den genannten Organen an dieselbe zu denken.““ Das Verhältniß der Kraft zum Stoffe soll dasselbe sein, wie das der Absonderungsfähigkeit der Drüse zur Drüse selbst, wie das der Zusammenziehungsfähigkeit der Muskelfaser zur Muskelfaser selbst. Da nun bei Vertrocknung die Drüse ihre Absonderungsfähigkeit, und die Muskelfaser ihre Zusammenziehungsfähigkeit verliert, so folgt, wenn das Verhältniß dasselbe ist, daß auch der Stoff seine Kraft verlieren und also Stoff ohne Kraft vorhanden sein kann, — ein Resultat, welches durch die ganze materialistische Argumentation von Anfang bis zu Ende einen Strich zieht. Will überhaupt Jemand sich die Kraft ohne Stoff, oder für sich existirend denken, so wird er sie sicherlich nicht als Fähigkeit des Stoffes sich denken. Ferner wird Kraft und Stoff mit dem Sehen und dem Sehapparat, dem Denken und dem Denkapparat in Parallele gestellt. Abgesehen davon, daß es keinen Denkapparat giebt und daß bei einem schlafenden Menschen kein Sehen stattfindet, ohne daß deßhalb sein Sehapparat „augenblicklich in ein formloses