# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1863_S76 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 76 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. Ableitung derselben noch hinzugefügt werden. Der eine Gedanke ist dieser: Da wir diejenigen Erscheinungen, welche wir nur an der Materie wahrnehmen, wie Elektricität und Magnetismus, und um welcherwillen wir solche Erscheinungen bewirkende Kräfte voraussetzen, ohne Materie nicht wahrnehmen, so wissen wir von diesen Kräften nur wegen des Vorhandenseins der Materie, und können wir diese Erscheinungen ohne Materie uns gar nicht denken. Diesen tiefsinnigen Gedanken wird freilich Niemand bezweifeln. Er wird jedoch in einer Weise vorgetragen, die uns schließen läßt, der Verfasser glaube wirklich damit bewiesen zu haben, daß jede Kraft Materie voraussetze! — Den andern Gedanken wollen wir, des Verständnisses wegen, etwas ausführlicher darlegen. Das was wir Kraft nennen, ist eigentlich nichts als eine Veränderung in den Aggregatszuständen der Materie, d. h. ein Näher⸗ oder Fernerrücken der Stofftheile zu und voneinander in demjenigen Ganzen, welches durch bloße Anhäufung oder Ansammlung von Stofftheilen entsteht und Ding heißt. Ein Stück Gold ist ebenso ein Aggregat, von Stofftheilen, wie ein Haufe Sand im Aggregat von Sandkörnern ist. Daß im Golde die Theile zusammenhängen und auch beim Stoße nicht auseinanderfahren wie ein Haufe Sand, während in andern Körpern die Theilchen sich leicht zerstreuen oder zusammenschieben lassen, erklärt sich so: Einige Stoffe lassen die Lagenveränderung der Stofftheilchen des stoßenden Körpers durch Ansteckung auf sich übergehen, andere verweigern diesen Uebergang. Damit sind die sogenannten Grundkräfte der Materie, die Attraction mit ihrer Species, der Cohäsion, und die Repulsion vollständig erklärt!! Nun aber giebt es viele Arten der Lagenveränderung. Die Stofftheilchen können schnell oder langsam, zur rechten oder linken Seite, auf und nieder oder schräg von einander oder zu einander fahren, sie können, nachdem sie auseinander gegangen, schnell wieder zurückkehren und so sich schwingend bewegen, alles natürlich durch Ansteckung. Diese verschiedenen Veränderungen in den Aggregatszuständen der Körper nun werden durch verschiedene Namen bezeichnet, als: Wärme, Licht, Elektricität, Magnetismus, Schall u. s. w. Wird also ein Körper durch einen andern, dessen Stofftheile in derjenigen Weise ihren Ort verändern, welche man Magnetismus nennt, zu demselben Hin⸗ oder Herrücken angesteckt, so sagt man, der Körper sei in einem magnetischen Zustande, seine magnetischen Kräfte seien jetzt hervorgerufen, oder aufgeschlossen. Obgleich nun die Ansteckung von dem einen auf den andern übergeht, so kann man doch nicht sagen, die Kraft, d. i. die Veränderung der Lage, sei mitgetheilt; sondern weil die angesteckten Theile selbst sich bewegen, so ist die Lagenveränderung nur geweckt worden, und sie ist da am stärksten, wo sie noch nicht geschieht, weil durch wirkliche Veränderung noch nichts von der ganzen Summe möglicher Veränderungen verbraucht worden ist. Das gegenseitige moleküläre Verhalten der Stofftheilchen, daß sie also einander näher oder ferner treten, bleibt demzufolge jedem Theilchen eigenthümlich. Zwar wissen die Theilchen selbst nichts von einander, wissen nicht, ob sie gegenseitig einander näher oder ferner rücken, — denn da wir ge⸗