# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1863_S74 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 74 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. andern Sinn als den der Ursache des Geschehens, — so haben wir hier unzweifelhaft Kräfte. Nun kann auch darüber kein Zweifel sein, daß ein Mensch gewisse Vorgänge in seinem Geiste für sich behalten kann und behält, die dann ebensowenig als die Kräfte, durch welche sie hervorgebracht wurden, in die Erscheinung treten. Fügen wir nun diese Thatsache in das obige Argument ein, so wird folgender Schluß entstehen: Indem es ein ausnahmsloses Gesetz ist, daß eine Kraft nur an einem Stoff in die Erscheinung treten kann, folgt daraus, daß Kraft nichts weiter sein kann und nicht anders definirt werden darf, denn als eine Eigenschaft der Materie; und da es Thatsache ist, daß es Kräfte giebt, die nicht an einem Stoff in die Erscheinung treten, so folgt daraus, daß Kraft nicht sein kann und nicht definirt werden darf als eine Eigenschaft der Materie, als eine unzertrennliche, ihr von Ewigkeit innewohnende Eigenschaft. Diese Verbindung muß Jedem sogleich zeigen, daß das Argument nichts weiter ist und sein kann, als ein Trugschluß. Der Satz, aus welchem das Prinzip des Materialismus gefolgert wird, ist nichts weiter als ein reines Gewäsch; denn in die Erscheinung treten heißt eben nichts anderes, als an einem Stoff bemerkbar werden, und der Satz heißt demnach: Es ist ein ausnahmsloses Gesetz, daß eine Kraft nur an einem Stoffe bemerkbar werden kann, wenn sie an einem Stoffe bemerkbar wird. Eine Kraft tritt nie selbst „in die Erscheinung," sondern das, was erscheint, ist der Stoff. 3. Wollten die Materialisten den Satz: die Kraft ist nichts als eine Eigenschaft des Stoffes durch richtige Schlußfolgerung gewinnen, so müßten sich die obigen Sätze also gestalten: Jede Kraft tritt in die Erscheinung. In die Erscheinung treten aber nur die Eigenschaften des Stoffes. Also können die Kräfte nur Eigenschaften des Stoffes sein. Hier bliebe noch zweifelhaft, ob es Eigenschaften giebt, die nicht Kräfte sind. Dies ist jedoch bald entschieden. Man denke sich eine blühende Rose. Hier haben wir Stoff, Eigenschaften und Kräfte. Was erscheint an der Rose? Offenbar nur ihre Eigenschaften, nämlich Schwere, Zusammenhang der Theile, Form, Farbe, Duft, Glätte und Weichheit der Blätter, das Stachlichte des Stengels ꝛc. Nähmen wir an, die letztere Eigenschaft sei keine Kraft, so müßten wir eine besondere Kraft voraussetzen, welche diese Stacheln bildete. Nun aber muß, nach dem Obigen, jede Kraft in die Erscheinung treten; eine, diese Stacheln bildende, Kraft tritt jedoch neben und außer oder in den Stacheln selbst nicht in die Erscheinung; also muß hier die Eigenschaft, die allein in die Erscheinung tritt, die Kraft selbst sein. Dasselbe wiederholt sich bei jeder wahrnehmbaren Eigenschaft. Daraus würde nothwendiger Weise folgen, daß die Kräfte des Stoffes die an ihm wahrnehmbaren Eigenschaften selbst sind. Diese Eigenschaften sind also, wenn wir den Materialisten glauben wollen, ewig, unzertrennlich mit dem Stoffe verbunden, ihm von Ewigkeit einwohnend. Die Rose hat also von Ewigkeit her geblüht. Es kann unmöglich wahr sein, daß dem Chemiker, wenn er die Rose in einer Retorte einer Destillation unterwirft, die Eigenschaften der Rose verschwinden, daß er statt der Rose dann Gas, Oel, Wasser, Säure und Kohle hat. Denn die Stofftheilchen, aus