# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1863_S72 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 72 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. sten, wenn er davon kostet, den beängstigenden Gedanken erregt, es möchte sein Glaube am Ende doch nur auf Sand gebaut sein!! — Nachdem in den voranstehenden Sätzen das Prinzip des Materialismus aufgestellt und durch wissenschaftliche Zeugen bestätigt und erklärt worden ist, so folgt nun der Beweis seiner Richtigkeit, indem gezeigt wird, auf welchem Wege man zur Erkenntniß dieser Wahrheit zuverlässig gelangen muß. Unser Autor fährt fort: „Keine Kraft ohne Stoff — kein Stoff ohne Kraft! Eines für sich ist so wenig denkbar, als das andere für sich; aus einander genommen zerfallen beide in leere Abstractionen. Man denke sich eine Materie ohne Kraft, die kleinsten Theilchen, aus denen ein Körper besteht, ohne jenes System gegenseitiger Anziehung und Abstoßung, welches sie zusammenhält und dem Körper Form und Gestaltung verleiht, man denke sich die sogenannten Molekularkräfte der Cohäsion und Affinität hinweggenommen, was würde und müßte die Folge sein? Die Materie müßte augenblicklich in ein formloses Nichts zerfallen. In der sinnlichen Welt kennen wir kein Beispiel irgend eines Stofftheilchens, das nicht mit Kräften begabt wäre,“ — (also die Erfahrung kennt nichts, bei dem man nicht Gabe, Geber und Begabtes unterscheiden könnte, welche drei aber, laut des Vorigen, nichts und zugleich Eins sind; das ist die Dreieinigkeit des materialistischen Götzen, der Stoff heißt,) „und vermittelst dieser Kräfte spielt es die ihm zugewiesene“ (von wem?) „Rolle bald in dieser, bald in jener Gestaltung, bald in Verbindung mit gleichartigen, bald in Verbindung mit ungleichartigen Stofftheilchen. Aber auch ideel sind wir in keiner Weise im Stande, uns eine Vorstellung einer kraftlosen Materie zu machen. Denken wir uns einen Urstoff, wie wir wollen, immer müßte ein System gegenseitiger Anziehung und Abstoßung zwischen seinen kleinsten Theilchen stattfinden, ohne dasselbe müßten sie sich selbst aufheben und spurlos im Weltenraume verschwimmen.“ „„Ein Ding ohne Eigenschaften ist ein Unding, weder vernunftgemäß denkbar, noch erfahrungsgemäß in der Natur vorhanden““ (Droßbach.) Um die Richtigkeit des Satzes: „Keine Kraft ohne Stoff! auf den hier alles ankommt, zu erweisen, wird zuerst der Beweis des Satzes in seiner Umkehrung: kein Stoff ohne Kraft! geführt. Da nun der letztere Satz nach seinem ganzen Inhalt von dem, der das wollte, zugegeben werden kann, ohne daß ein solcher dadurch auch nur im Geringsten gehindert wäre, den ersteren nach seinem ganzen Inhalte zu verwerfen und daneben den Satz aufzustellen, der das ganze materialistische Lehrgebäude zertrümmern würde, nämlich: kein Geist ohne Kraft! so können wir ihn sammt seiner Beweisführung ganz unangefochten stehen lassen, zumal da wir gern Weitschweifigkeit vermeiden. Die Ausführung des Beweises ist jedoch so reich an verunglückten Gedanken, so geeignet, die Denkkraft der Materialisten zu beleuchten, daß wir wenigstens eine Bemerkung hinzuzufügen uns erlauben wollen. Um uns selbst zu überzeugen, daß kein Stoff ohne Kraft sei, werden wir aufgefordert, uns eine Materie ohne Kraft zu denken. Wohlan, wir thun das. Was ist nun die Folge? Wird die Materie augenblicklich in Nichts zerfallen? Keineswegs.