# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1863_S70 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 70 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft. Kräfte, als Pferde, nun angespannt, dann abgeschirrt werden können. Ein Eisentheilchen ist und bleibt zuverlässig dasselbe Ding, gleichwohl ob es im Meteorsteine den Weltkreis durchzieht, im Dampfwagenrade auf den Schienen dahinschmettert, oder in der Blutzelle durch die Schläfe eines Dichters rinnt. — Diese Eigenschaften sind von Ewigkeit, sie sind unveräußerlich, unübertragbar.“ (Dübois⸗Raymond). „„Aus Nichts kann keine Kraft entstehen.“ (Liebig). „„Nichts in der Welt berechtigt uns, die Existenz von Kräften an und für sich, ohne Körper, von denen sie ausgehen und auf die sie wirken, vorauszusetzen.“ (Cotta). „Mit diesen Worten anerkannter Naturforscher leiten wir ein Kapitel ein, welches an eine der einfachsten und folgewichtigsten, aber vielleicht gerade darum noch am wenigsten bekannten und anerkannten Wahrheiten erinnern soll, keine Kraft ohne Stoff — kein Stoff ohne Kraft!“ Halten wir hier inne, um zu überlegen, welche Einsicht in die Natur der Kraft und des Stoffes und in das Verhältniß, in welchem sie zu einander stehen, wir durch diese Sätze gewonnen haben. „Die Kraft ist eine Eigenschaft des Stoffes“ oder der Materie, denn beide Wörter bezeichnen bei unserem Autor dieselbe Sache. Der Stoff also ist kräftig, thätig, das Thätige selbst, die Ursache, durch welche Wirkungen hervorgebracht werden. Nun aber wird weiter gesagt: es giebt keinen Stoff. Giebt es keinen Stoff, so ist das Wirkliche, aus dem die Welt besteht, etwas anderes als der Stoff, und da nur das Wirkliche thätig sein kann, so muß die Kraft, wenn sie eine Eigenschaft ist, die Eigenschaft dessen sein, was nicht Stoff ist und der Satz, die Kraft ist eine Eigenschaft des Stoffes, ist falsch. Ferner, giebt es keinen Stoff, wie kann der Stoff Grundlage sein für die Kraft, wie kann er dasjenige sein, dem die Kraft von Ewigkeit innewohnt, an das sie gebunden ist? — „Kräfte und Materie,“ wird gesagt, „sind von verschiedenen Standpunkten aus aufgenommene Abstractionen der Dinge, wie sie sind. Sie ergänzen einander.“ Also von dem einen Standpunkt aus gesehen, sind die Dinge nicht Stoff, sondern Kraft; von dem andern aus gesehen, sind sie nicht Kraft, sondern Stoff. Diese beiden Abstractionen sollen nun einander ergänzen. Das ist unmöglich, denn sie heben einander auf. Wer den einen Gedanken festhalten will, kann nicht den andern zur Ergänzung hinzunehmen, sondern muß ihn verwerfen. Oder ist der Sinn dieser Worte dieser: Wollen wir einen richtigen Begriff von dem Dinge haben, wie es ist, so müssen wir in Gedanken zur Kraft den Stoff und zum Stoff die Kraft hinzudenken? Wir thun das. Was haben wir nun? Wir haben den Stoff als etwas Wirkliches und die Kraft entweder als seine Eigenschaft oder als ein im Stoffe wirksames zweites Wirkliches gedacht. Das sollten wir aber nicht; denn es giebt weder Stoff noch Kraft. Dann haben wir eben nichts weiter als zwei nicht wirkliche Dinge zusammengedacht und sind so weit wie zuvor. — „Kraft und Stoff setzen einander voraus.“ Gewiß, die Existenz einer Kraft setzt ein Etwas voraus, das kräftig oder thätig ist; ist dieses Etwas