# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1863_S65 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang IX. März 1863. No. 3. Der Materialismus oder die sogenannten Resultate der modernen Naturwissenschaft.*) Man versichert von Seiten moderner Naturforscher, daß von Tag zu Tag deren mehr werden, welche „Glieder einer geistigen Phalanx bilden, die zuverlässig nach und nach den philosophischen und religiösen Mysticismus über den Haufen werfen wird.“ Unbefriedigt in dem Bewußtsein, das Trachten nach dem, „das droben ist,“ das Erkennen und Schauen dessen, was mit „Kuhaugen“ nicht geschaut werden kann, in ihnen selbst ertödtet zu haben, schließen sich, wenn wir dieser Aussage Glauben schenken dürfen, unsere Naturforscher immer enger zu dem Zwecke zusammen, die Zerstörung alles wahrhaft geistigen Lebens über das ganze Menschengeschlecht zu verhängen. Was mag sie dazu bewegen? Erzeugt die Vernichtung der edelsten, beseligendsten und erhabensten Gedanken, deren der Mensch fähig ist, die ihm durch göttliche Offenbarung zu Theil wurden, etwa ein solches Gefühl des Glücks, daß es sie drängt, auch ihre Mitmenschen zum Mitgenuß zu erheben? Oder sind sie von der Wahrheit der Resultate ihrer Forschung so überzeugt, und schätzen sie zugleich den Besitz der Wahrheit so über alles, daß sie sich verpflichtet fühlen, ihre Ueberzeugung, trotz aller Bitterkeit derselben, unaufgefordert der Welt aufzudringen? Oder fühlen sie vielleicht die Thatsache, daß es in Gott selige Menschen giebt, wie einen bösen Stachel im Gewissen, und sind die auf Religion gegründeten socialen Verhältnisse, in denen sie leben müssen, ihnen so lästig, daß sie durch Zerstörung der Religion von dem unangenehmen Drucke sich zu befreien hoffen? Oder drängt sie nur der Ehrgeiz, bei der Menge als leuchtende Träger der Aufklärung und des Fortschritts zu gelten und im Besitz des Privilegiums zu sein, ihr vorschreiben zu dürfen, was sie als Aufklärung, Fortschritt, Wahrheit und Bildung anzunehmen habe? Welcher Beweggrund auch vorhanden sein mag, das ist Thatsache, daß jene Phalanx in Hörsälen, durch Bücher, Flug⸗ und Zeitschriften für die Zerstörung des Christenthums unablässig thätig ist. Es ist ferner Thatsache, daß ein großer Theil des lesenden Publikums, betäubt durch die schönen Namen der Aufklärung, des Fortschritts, der Bildung, Wissenschaft und Intelligenz, womit jene Phalanx sich und ihre Erzeugnisse wie mit Weihrauchduft umhüllt, ihren *) Beitrag des Mitherausgebers, Prof. Lange's.