# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1863_S63 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 63 dafür wirken, daß wir „allzumal einerlei Rede führen in Einem Sinn unt in einerlei Meinung,“ 1 Cor. 1, 10. Der Schreiber ruft zwar in der folgenden Nummer vom 16. Jan. aus: „Man sehe auf die ersten Christen. Sahen sie selbst in den Tagen der Apostel völlig gleich in allen Dingen? Weit entfernt, wie aus den Streitigkeiten unter ihnen erhellt, von denen in der Schrift berichtet wird, und zwar selbst zwischen Paulus und Petrus!“ Aber wie? sollte wohl der Herr Doctor glauben, daß zwischen diesen Aposteln Lehrstreitigkeiten stattgefunden haben?! Das „Informatorium“ Hrn. Past. Grabau's scheint durch die so günstigen Nachrichten, welche Pastor Brunn über den Fortgang seines unserer Synode brüderlich dienenden Werkes veröffentlicht hat, in eine sehr üble Stimmung versetzt worden zu sein. Wenigstens beschäftigt sich dasselbe in seiner Januarnummer ausschließlich damit und mit Brunn's uns zugesandtem brüderlichen Gruß, welches zusammen unter der Ueberschrift: „Missourisches Würfelspiel, aus Nassau gesandt,“ daselbst als ein neues Zeugniß für den missourischen modernen demokratisch⸗pietistisch⸗unirten Geist nach Verdienst an den Pranger gestellt wird. Es ist nur Schade, daß die ganze Kritik aus leeren Phrasen und unbewiesenen Annahmen besteht und damit nur das jetzt so theure Papier verderbt worden ist. Das Evangelium, welches americanische Prediger verkündigen. Dies lernen wir aus einer Predigt des Dr. Hay kennen, woraus das Jowaer Kirchenblatt Folgendes citirt: „Laßt uns einmal einen Augenblick die Zeit uns vergegenwärtigen, da dieser Krieg beendet und die Sclaverei, seine große Ursache, abgeschafft sein wird? Was dann? Eine durch ihren Glanz uns ganz blendende Aussicht öffnet sich vor uns! Wir werden Ein Volk sein! Und wenn etliche Jahre werden verflossen sein und die Zeit die Heftigkeit des Sturmes, der jetzt wüthet, besänftigt hat, dann werden wir wahrer, als je zuvor Ein Volk sein. Dann werden die constitutionellen Rechte eines jeden Bürgers allenthalben geachtet werden, und man braucht nicht ein prophetisches Auge zu besitzen, um die Aera reichlichen Glückes zu schauen, welches dann heraufkommen wird. Wir Pennsylvanier können schon die Tausende im Geiste sehen, die in unsere Bergwerke steigen und um unsere Schmelzöfen und Hammerwerke sich drängen werden, das Eisen zu gewinnen, um neue Eisenbahnen zu bauen, in einem weiten Territorium, das dann dem nördlichen Unternehmungsgeiste und seiner Industrie aufgethan ist; um das Eisen zu Maschinen für die Tausende von Fabriken zu verarbeiten, welche allenthalben neben den lieblich und vollständig bebauten Baumwollen⸗ und Zuckerplantagen des befreiten Südens sich erheben werden. Unsere Kohlen werden dahin geschafft werden, als die große treibende Kraft, welche Leben und Thätigkeit bringt in jene Plätze der erfinderischen Industrie und welche über 1000 Ströme einen Binnenhandel verbreitet, dergleichen die Welt nie gesehen; und unser Erdöl, jene unschätzbare, immerströmende Quelle des Wohlstandes für unseren glorreichen Staat wird von uns ausgeführt werden, um den Süden und die ganze übrige Menschheit zu erleuchten! Wenn dieser Krieg seine traurige Arbeit gethan haben wird und seine heilsamen Erfolge zu Tage kommen werden, wird das ganze Land sich verjüngen und vor allem gerade jener Theil, welcher bisher zu seinem eignen Schaden jenen verderblichen Fluch der Sclaverei festhielt. Der Reisende, welcher den Ohio hinunterfährt, wird nicht länger mehr sehen den seltsamen Contrast von Wohlstand und Fülle zu seiner Rechten und Verfall und Vernachlässigung zu seiner Linken. Derselbe Wohlstand wird dann in Kentucky blühen, welcher aus Ohio einen so schönen Garten gemacht hat. Rede⸗ und Preßfreiheit wird dann sich in Süd Carolina, wie in Massachusetts, finden“ u. s. w. Wir können uns denken, wie beliebt Prediger sind, die ein solches Evangelium verkündigen; wir sehen freilich auch daraus, daß solche Prediger blinde Blindenleiter sind, und wir können nur sagen: Gott erbarme sich der Gemeinden, die solche Prediger haben, und der Prediger, die mit solchem Evangelium Gehör finden.