# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1863_S62 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 62 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. wollen darüber nicht mit ihm rechten, obwohl wir meinen, daß so weder der ganze Luther, der Luther, wie er ist, noch die ganze Wahrheit, wie Gott sie Luther hat erkennen lassen, unter das Volk kommt. Uns will bedünken, Luthers Polemik ist aus seinen Schriften so wenig zu sondern, so wenig das Verbot vom Gebot. Bei Dörffling und Francke in Leipzig ist soeben erschienen: System der christlich kirchlichen Katechetik von C. A. G. von Zezschwitz. Erster Band. Enthaltend: Der Catechumenat oder die Lehre von der kirchlichen Erziehung, gr. 8. S. 736 u. XXVIII. Ladenpreis 3⅓ Thlr. Bei A. Deichert in Erlangen: Das tausendjährige Reich und die Offenbarung Johannis. Ein Beitrag zum richtigen Verständniß beider für Jedermann von Consistorialrath Dr. L. Kraußold, gr. 8. broch. 12 Ngr. oder 36 kr. ————◆◆———— Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. America. „Jubelfeier.“ Am 17. Jan. und f. Tage wurde in Philadelphia die dreihundertjährige Gedächtnißfeier der Abfassung des heidelberger Katechismus, der bekanntlich 1563 erschien, von einer großen Anzahl von Predigern und Laien der hiesigen deutsch-reformirten Kirche abgehalten. Ehlers theilt in seinem Kirchlichen Zeitblatt vom 1. Nov. v. J. einige Auszüge aus Dr. Sihlers Aufsatz, der im Februarheft von „Lehre und Wehre“ v. J. sich findet, mit, als „ein Zeugniß von dem lauteren und kräftigen Aufbau unserer lutherischen Kirche in Nord-America.“ Der „Evangelist,“ Organ der deutsch-reformirten Kirche in Nord America, sagt in einem „Rückblick“ auf das vorige Jahr in der Nummer vom 17. Jan.: „Neben ihnen (den Katholiken) blüheten die ihnen nahen missourischen Altlutheraner sichtlich auf.“ Der Herr „Evangelist“ sollte doch gefälligst sagen, warum wir den Katholiken so „nahe“ stehen sollen. Wahrscheinlich, weil wir uns so eng an einen Luther anschließen, der ja bekanntlich sich dem Pabstthum immer so sehr zugeneigt gezeigt hat! Unionisterei. Im Lutheran Observer ist gegenwärtig für die Lutheraner im Westen eigends einem Western Department Raum gegeben, dessen Besorgung Hr. Dr. Harkey in Springfield, Ill., erhalten hat. Seine Arbeit für diesen Zweck hat der Genannte mit einer Reihe von Aufsätzen begonnen, welche von der „Union der lutherischen Kirche in America“ handeln und an „alle Prediger und Glieder derselben“ addressirt sind. In der Nummer des Blattes vom 2. Januar schreibt denn Hr. Harkey: „Einige sagen uns, zuerst muß Einheit (unity) sein, ehe es eine Vereinigung geben kann. Diesem Einwurf möchten wir die kurze Antwort geben, daß das Wort Gottes von uns fordert, vereinigt zu sein, und wir müssen daher unsere Differenzen bei Seite legen, welcher Art sie auch sein mögen, und zusammentreten. Wir müssen das thun, oder wir sind unserm Gott ungehorsam und mißfällig. Es ist sündlich, an unserer Verschiedenheit in Ansichten und Praxis festzuhalten, und darum sind die, welche immer diese Differenzpuncte groß machen und sich bemühen, uns gesondert zu erhalten, die größten Sünder in der Kirche.“ Man sieht, der liebe Mann meint, vor allem sollen wir uns äußerlich vereinigen, dann sei alles gut, trotz der Lehrdifferenzen; er bedenkt aber nicht, daß er sich damit gerade denen anreiht, die er die „größten Sünder in der Kirche“ nennt, die sich nehmlich „bemühen, uns gesondert zu erhalten,“ denn die rechten Separatisten sind die, „die da Zertrennung und Aergerniß anrichten neben der Lehre,“ Röm. 16, 17., und die rechten Streiter für wahre Union sind die, welche