# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1863_S57 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Eine neue homiletische Monatsschrift. 57 dieses Heftes angezeigt ist: „Die lutherische Uebersetzung ist durchweg mit dem Grundtexte verglichen und mit Zuratheziehung der Septuaginta, Vulgata und der deutschen Bibelwerke von J. F. Meyer, Stier, De Wette ꝛc. vielfach berichtigt worden.“ Ob denn die Gemeinden darin einstimmen werden, daß ihre Kinder von nun an andere Sprüche aus dem Katechismus lernen, als sie in ihrer Jugend gelernt haben, und wie sie dieselben noch in ihrer alten Bibel finden? Oder ob man die Gemeinden nicht weiter frägt, sondern auf gut hierarchisch in selbstmächtiger Gelehrten⸗Autorität solche neumodische Bücher einführt? Welche Sonntags⸗Schul⸗Direktoren, Kirchenrath oder sonstiger kirchlicher Körper mag Schaff beauftragt haben, aus der lutherischen Uebersetzung eine Schaff'sche zu machen? Wer hat die „berichtigten“ Stellen geprüft? Oder konnten Luther, Melanchthon, Cruziger ꝛc. wohl irren, aber der Dr. Schaff mit seiner fortgeschrittenen Wissenschaft nicht? Und was sind es nun für Berichtigungen? Wir kennen den Katechismus nicht, aber nach den Proben zu urtheilen, die in seiner Predigt vorliegen, muß in den Berichtigungen vielfach ein kleinlicher, rechthaberischer, recht unverständiger Geist herrschen. Man höre und urtheile dann selbst, ob ich zuviel gesagt habe, über einen Mann, der so seine unberufene Hand an das Heiligthum unserer deutschen Kirche legt. Joh. 17, 24. übersetzt Luther: „denn du hast mich geliebt, ehe denn die Welt gegründet ward.“ Der gelehrte Schaff berichtigt: „denn du hast mich geliebet vor Grundlegung der Welt.“ Joh. 1, 1. Luther: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ Schaff: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ Joh. 5, 26. Luther: „Wie der Vater hat das Leben in ihm selber, also hat er dem Sohne gegeben, das Leben zu haben in ihm selber.“ Schaff: „Wie der Vater das Leben hat in ihm selber, so hat er dem Sohne gegeben, das Leben zu haben in ihm selber.“ Psalm 19, 3. Luther: „Ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht thut es kund der andern.“ Schaff: „Ein Tag sagt's dem andern und eine Nacht verkündigt's der andern.“ Einmal verbessert Schaff den Luther auch per Johann Ballhorn. Luther sagt Röm. 8, 32.: „Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschont.“ Schaff: „Gott hat seines eingeborenen Sohnes nicht verschont.“ Nun steht aber im Text „τοῦ ἰδίου υἱοῦ,“ und eine andere Lesart gibt es von diesem V. 32 nicht. Die Verbesserung von Psalm 139, 14., wo Luther übersetzt: „ich danke dir, Herr, daß ich wunderbarlich gemacht bin;“ Schaff hingegen: „daß ich schauerlich wunderbar gemacht bin“ ist etwas verständiger, aber doch auch sehr unbedeutend und vollkommen überflüssig. Unter den „homiletischen Regeln und Rathschlägen,“ auch vom Herausgeber, Dr. Schaff, finden sich einige wunderliche Sachen, z. B. No. 3: „Ein Prediger muß einen doppelten Ruf haben, einen innern vom heil. Geiste, und einen äußern von den rechtmäßigen Behörden der Kirche. Ohne solchen Ruf hat er keine Autorität und ist ein tönendes Erz und eine klingende Schelle.“ Recht traurig verwechselt hier Schaff das Wesen eines