# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1863_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Geschichte des Hannoverschen Katechismusstreits. 51 womit sie dasjenige fassen wollen, was sich unter dem Namen Christus in der Welt reget und beweget. Es kann auch ein Mythos, eine Fabel, ein Gedicht der sehnlichen Menschenbrust sein; man weiß es nicht. Die Aussage der Schrift gilt ja nicht; sie muß selbst erst auf den unbekannten Grund gestellt werden. Eben so wenig gelten die Zeugnisse der symbolischen Bücher. Und diese Geistlichen, die sich zu dem Grunde bekennen, müssen den weiland Athenern mit dem unbekannten Gott verglichen werden. Wenn Paulus von dem Grunde Christus spricht, den er gelegt hat, so wissen die Corinther und wir, die wir an des Apostels Wort glauben, wen er meint; aber die berufensten und lautesten Stimmführer aus der Versammlung in Celle haben den Apostel öffentlich gemeistert und gerade seine Grundlegung verworfen. Sie stellen den Apostel neben den Grund, den er selbst gelegt hat, mit sich auf einen andern Grund, den sie zwar Christus nennen, aber nicht kennen. Was heißt nun das, wir stehen auf dem Grunde, der gelegt ist? Werden sie wirklich von diesem Grunde getragen, innerlich und äußerlich gebunden und beherrscht? Aber dieser nach seiner Lage und nach seiner Natur und Vermögen gleich unbekannte Grund, von dem sie reden, kann überhaupt nichts tragen; er ist ein biegsamer Thon, den die Meister bilden und gestalten. Es ist so eine staatliche Redensart, den wirklichen Gedanken zu verhüllen. Aber der Grund, auf dem ein Haus steht, liegt unten in der Erde; man sieht ihn nicht und bekümmert sich bei allem Thun und Treiben im Hause nicht um ihn. So wird auch hier Christus hinweg gelegt an den dunklen Ort. So hat man vor ihm Ruhe und völlige Freiheit und Macht selbst über den Grund, auf dem man zu stehen sagt. Oder ist es etwa eine thatsächliche Wahrheit, daß die hier Versammelten auf einem Grunde stehen? Man weiß öffentlich, daß unter ihnen eine gründliche Verschiedenheit eben in Bezug auf den Grund vorhanden ist, und stellt man sich nun vor, daß sie auf diesem Grunde die Kirche bauen, von ihm aus die Kirche heilen und retten wollen, so weiß man in der That nicht, ob man über den Trug lachen oder weinen soll. Denn was ist dieses ganze Bekenntniß? Ein gleißender Schein von Worten, in Wahrheit ein Umsturz des wirklichen Grundes. Denn der wirkliche Grund der christlichen Kirche ist die heilige Schrift, das Wort Gottes. denn dieses Wort von Anfang bis zu Ende ist Christus, sein Wort, sein Geist und Leben, seine Gabe an uns zum Seligwerden, seiner Kirche alleiniges Band und Panier, und wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht lügen oder trügen. Wir halten fest an Luther's kleinem Katechismus; erachten aber keinen lutherischen Geistlichen und Schullehrer für befugt, seinem Religionsunterrichte diesen Katechismus zu Grunde zu legen — ist der Sinn des zweiten Satzes. Die zweite Hälfte dieses Satzes haben sie vielleicht mit Ueberzeugung geredet; die erste Hälfte haben sie, offen vorliegenden Thatsachen zufolge, gegen ihr eigenes Gewissen gesagt; wenigstens sind alle namhaften Sprecher dieser Versammlung hinlänglich dafür bekannt, daß sie den zweiten Artikel, das 4. und 5. Hauptstück in deren wesentlichen Lehren und vieles