# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1863_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vorwort. 43 sollen dieselbigen nicht verachten (mit Schein), daß sie Brüder sind; sondern sollen viel mehr dienstbar sein, dieweil sie gläubig und geliebet und der Wohlthat theilhaftig sind." 1 Tim. 6, 2. Weit entfernt also, daß nach dem Urtheil des heiligen Geistes die Knechte gläubiger Herren denken dürfen: Mein Herr ist mein Bruder in Christo, ich bin ihm also gleich, er sollte mich daher frei lassen und ich brauche ihm daher auch nicht mehr zu dienen; so sollen sie vielmehr nach dem Urtheil des h. Geistes also denken: Mein Herr ist mein Bruder in Christo, ich bin ihm also vor Gott gleich, er hat keinen vornehmeren Vater im Himmel, keinen gnadenvolleren Heiland, keinen heiligeren Geist, keine reichere Vergebung, keine bessere Gnaden⸗Gerechtigkeit, keine größere Hoffnung, als ich: o, so will ich mich denn um der geringen leiblichen Ungleichheit willen, in welcher ich hienieden noch gegen ihn stehe, nicht kümmern, sondern ihm als einem lieben Bruder im Glauben um so viel mehr, um so treuer, um so lieber dienen. Daher denn auch der Apostel an einer andern Stelle schreibt: „Wer ein Knecht berufen ist, der ist ein Gefreiter des HErrn; desselbigengleichen wer ein Freier berufen ist, der ist ein Knecht Christi." 1 Cor. 7, 22. Merkwürdig ist übrigens noch an jener Stelle, 1 Tim, 6, 1—2., daß der Apostel, nachdem er die Pflichten der Knechte sowohl heidnischer, als auch christlich⸗gläubiger Herren auseinandergesetzt hat, mit den an Timotheus gerichteten Worten fortfährt: „Solches lehre und ermahne. So jemand anders lehret, und bleibet nicht bei den heilsamen Worten unseres HErrn JEsu Christi, und bei der Lehre von der Gottseligkeit, der ist verdüstert und weiß nichts, sondern ist seuchtig in Fragen und Wortkriegen, aus welchen entspringen Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn, Schulgezänke solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubet sind, die da meinen, Gottseligkeit sei ein Gewerbe" (d. i. ein Mittel, zeitliche Vortheile zu erwerben). „Thue dich von solchen." (1 Tim. 6, 2—5.) Fürwahr! wie ein gläubiger Christ dieses lesen, und dennoch mit den Humanisten dieser Zeit sagen kann, daß bürgerliche Knechtschaft oder Sclaverei an sich unrecht sei, das ist uns schlechterdings unerklärlich. Wir meinen, wer noch ein Gewissen für Gottes Wort hat, den müssen diese Worte wie Spieße und Nägel das Herz durchstechen, ja, ihn, wenn er sich in die abolitionistischen Träumereien unserer modernen Welt mit hatte einwiegen lassen, wie göttliche Donnerschläge aus seinem Traume aufschrecken. Denn hier bezeugt es der heilige Apostel im heiligen Geiste mit klaren, unzweideutigen Worten: auch das, was er in dem Vorhergehenden von der ihren Herren schuldigen Ehre und Treue gesagt habe, solle jeder Prediger des Evangeliums lehren und ermahnen; wer aber anders lehre auch hiervon, der sei verdüstert und wisse nichts, möge er sich für noch so weise und aufgeklärt halten, und den solle daher ein rechtgläubiger Christ als einen gefährlichen Menschen meiden! Es muß dies also eine Sache von nicht geringer Bedeutung, sondern von der höchsten Wichtigkeit sein, an der Gottes Ehre und der Menschen Heil und Seligkeit hängt.