# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1863_S42 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 42 Vorwort. nicht Gottes Wort, sondern offenbaren die Wahrheit und beweisen uns wohl gegen aller Menschen Gewissen vor Gott" (2 Cor. 4, 2.), waren nicht fähig, aus Politik, aus Furcht vor Menschen oder ihnen zu Gefallen Finsterniß Licht, Böses Gutes zu heißen. Hätten sie durch Erleuchtung des h. Geistes gewußt, daß Sclaverei ein unsittliches, ungöttliches, mit dem Geist des Evangeliums, mit Glaube und Liebe unverträgliches Verhältniß sei, so würden sie sie mit demselben Glaubensmuth angegriffen, verdammt und die Aufhebung derselben von allen denen, die da selig werden wollten, ohne jedes Compromiß gefordert haben, wie sie alles andere ungöttliche Wesen des Heiden⸗ und Judenthums frei und öffentlich angegriffen, verdammt und die Bekehrung davon bei Verlust der Seligkeit gefordert haben. Hatten sie doch den Befehl: „Was ich euch sage im Finsterniß, das redet im Licht; und was ihr höret in das Ohr, das predigt auf den Dächern." Matth. 10, 27. Hatten sie doch auch die Verheißung: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten." Joh. 16, 13. Und wußten sie doch, daß Christus nicht „gekommen sei, Frieden zu senden auf Erden, sondern das Schwert," (Matth. 10, 34.) und „ein Feuer anzuzünden auf Erden" (Luc. 12, 49.), das auch sie verzehren würde; und siehe, dieses Schwert und Feuer nicht scheuend, haben sie furchtlos „nichts verhalten, das sie nicht verkündigt hätten alle den Rath Gottes." Apostelg. 20, 27. Fern sei es daher von einem jeden Christenherzen, diesen „auserwählten Rüstzeugen Gottes" (Apostelg. 9, 15.) zuzutrauen, daß sie, den furchtbaren Kampf mit der ganzen damaligen Welt, namentlich mit den Reichen scheuend, sich im Puncte der Sclaverei den Anschauungen ihrer Zeit accommodirt haben. — Hätten die Apostel nur die Knechte zum Gehorsam und zur Treue gegen ihre heidnischen Herren ermahnt, so könnte man wohl denken, Sclaverei sei vielleicht zwar ein Creuz, das der Christ in Geduld tragen müsse, aber Herr eines Sclaven sein, sei nichts desto weniger mit dem Christenthum unvereinbar; sowie z. B. zwar ein Christ sich der Tyrannei eines Despoten in Geduld und Demuth fügen muß, aber darum nicht selbst Tyrannei üben darf. Aber, wie wir schon gehört haben, halten die Apostel des HErrn nicht nur den Knechten, sondern auch den Herren derselben ihre Pflichten vor und zeigen den letzteren nicht, wie sie ihre Knechte freizulassen, sondern wie sie sie zu behandeln hätten; so daß sie sogar entflohene Sclaven, trotzdem daß diese sich auf ihrer Flucht bekehrt hatten, zu ihren verlassenen Herren zurücksenden und von diesen nur verlangen, sie im Geistlichen als ihre Brüder aufzunehmen. Philem. 10—19. Daß also die heiligen Apostel bei ihren Ermahnungen nicht allein heidnische oder jüdische, sondern auch christliche Herren im Auge hatten, versteht sich hiernach nicht nur von selbst, dies ergibt sich auch aus einer Stelle des Briefes St. Pauli an Timotheus, in welcher der gläubigen Herren ausdrücklich Erwähnung geschieht, ganz unwidersprechlich. So heißt es nehmlich in jenem Briefe von den Knechten: „Welche abergläubige Herren haben,