# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1863_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vorwort. 41 sondern alle gute Treue erzeigen, auf daß sie die Lehre Gottes, unseres Heilandes, zieren in allen Stücken." Tit. 2, 9. 10. Dieselbe Pastoralregel gibt er auch dem Timotheus, wenn er an ihn schreibt: „Die Knechte, so unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehren werth halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde." 1 Tim. 6, 1. Einstimmig mit Paulus, weil von einem und demselben heiligen Geiste erleuchtet und getrieben, schreibt denn auch Petrus, nachdem er als Grundprincip festgestellt hat: „Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des HErrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten" u. s. w., endlich: „Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt, und leidet das Unrecht," 1 Pet. 2, 18. 19. Petrus stellt somit Gehorsam und Ungehorsam des Knechtes gegen seinen Herrn dem Gehorsam und Ungehorsam gegen die Obrigkeit überhaupt gleich und macht somit den Knecht, der sich wider seinen Herrn setzt, und den, der ihn dazu aufwiegelt, zu einem Rebellen. — Wer kann nun dieses alles lesen und, wenn er die heilige Schrift noch wirklich von Herzen für Gottes Wort hält, dann noch glauben, daß das Verhältniß des Herrn zu seinem Knechte, und umgekehrt, ein sündliches, Gottes Willen und Ordnung verletzendes, dem Geist des Evangeliums zuwiderlaufendes und darum aufzulösendes sei? Wäre jeder Herr eines Sclaven als solcher ein Dieb, ein Räuber, ein Verläugner der Liebe und daher schuldig, wenn er in einem gottgefälligen Stande erfunden und selig werden wollte, seinen Sclaven freizulassen, könnte dann der Apostel den Herren Regeln geben, wie er thut, in diesem ihrem Stande sich recht zu verhalten, und könnte dann der Apostel von den Knechten fordern, ihren Herren „als Christo" zu gehorchen und zu dienen, sie „aller Ehren werth zu halten" und selbst denjenigen Herren, welche sie ungerecht behandelten, „um des Gewissens willen" unterthan zu sein? Kann man auch einem Dieb und Räuber Regeln geben, mit seinem Gestohlenen und Geraubten recht umzugehen, und muß man auch einem Diebe und Räuber, welche sich wider Recht ein Recht über uns anmaßen, als Christo und um des Gewissens willen gehorsam sein, ja, sie aller Ehren werth halten? Oder will man etwa glauben, daß die heiligen Apostel nur aus Politik eine so schändliche Lehre sich ausgedacht, nur aus Politik die gegenseitigen Pflichten der Herren und Knechte in die Auslegung des vierten Gebotes aufgenommen haben und nur aus Politik nicht damit herausgegangen sind, daß das Evangelium freilich eigentlich die Sclaverei verdamme und allgemeine Emancipation fordere? Haben sie etwa diese Sache darum nicht angegriffen, weil sie den Zorn und die Macht der Großen oder zu große Unruhe und Umwälzungen fürchteten? — Wer könnte ein Christ sein und so lästerlich von Gottes auserwählten Heiligen, so gotteslästerlich von seinem Worte reden? Nein! sie, die von sich sagen konnten: „Wir gehen nicht mit Schalkheit um, fälschen auch