# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1863_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Vorwort. Diesen Status controversiae vorausgesetzt, halten wir denn dafür, daß der Abolitionismus, welcher die Sclaverei für ein an sich sündhaftes Verhältniß und jeden Herrn eines Sclaven somit für einen Verbrecher hält und erklärt, und daher erstere unter allen Umständen abgeschafft wissen will, ein Kind des Unglaubens und seiner Entfaltungen, des Rationalismus, des deistischen Philanthropismus, des Pantheismus, Materialismus, Atheismus, und ein Bruder des modernen Socialismus, Jacobinismus und Communismus, sowie der Emancipation des Weibes und Rehabilitation des Fleisches sei. Zum Beweise dieser Blutsverwandtschaft dürfte schon genügen, nicht nur auf seine Geschichte, sondern auch auf die innige Gemeinschaft hinzuweisen, in welche die hiesigen abolitionistisch⸗gesinnten Vertreter des Christenthums bei ihren abolitionistischen Tendenzen mit den Christusfeinden und mit den in Kirche, Staat und Haus radicalen Umsturzmännern eingegangen sind, die, je mehr sich ihre Irreligiosität bis zu theoretischem Atheismus und moralischem Indifferentismus steigert, immer auch um so fanatischer, und zwar nicht allein aus materiellen Interessen, vielmehr nicht selten selbst gegen solche, sondern aus Princip für Sclavenemancipation eifern. Daher ein abolitionistischer Christ, da er sich bei seinen Bestrebungen in solcher Gesellschaft findet, sich schon darum von der Unrichtigkeit des Weges überzeugen sollte, auf den er gerathen ist. Denn wie wäre es möglich, daß gerade alle Feinde des Christenthums und der Religion überhaupt, daß alle, die darauf ausgehen, die bisherige kirchliche, politische und ökonomische Ordnung der Dinge zur Realisirung ihres humanistischen Utopiens umzustürzen, — wie wäre es möglich, daß gerade diese für etwas Gutes, Heiliges, für einen „letzten Endzweck des Christenthums“ so begeistert seien und so große Anstrengungen machen? Kann ein Christ wohl annehmen, daß endlich im neunzehnten Jahrhundert durch den Fortschritt der s. g. Aufklärung und der Civilisation Christi Wort zu Schanden geworden sei: „Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen!“? Wir können die Christen nur bedauern, welche, dies vergessend und in der Meinung, für einen edlen christlich⸗humanen Zweck zu wirken, sich mit den Feinden des Christenthums verbündet, damit sich unter das Panier eines widerchristlichen Humanismus und Philanthropismus gestellt und sich zu Medien des Geistes der letzten Zeit mit hergegeben haben. Doch wir verlangen nicht, daß unsere verirrten Mitchristen sich mit diesem aprioristischen Beweise begnügen. Christen werden in ihrer Ueberzeugung, wenn dieselbe etwas Religiöses oder Moralisches betrifft, nicht eher ruhig, als bis sie dabei Antwort auf die Frage gefunden haben: „Wie steht geschrieben?“ Ihnen klingt fort und fort in den Ohren das Wort des Propheten: „Ja, nach dem Gesetz und Zeugniß. Werden sie das nicht sagen, so werden sie die Morgenröthe nicht haben.“ Jes. 8, 20. Der Christ denkt mit Salomo: „Einen jeglichen dünkt sein Weg recht sein, aber allein der HErr macht (nämlich durch sein Wort und seinen Geist) die Herzen gewiß.“