# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1863_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 28 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Dinge zu thun, daß alle übrigen Menschen davor erschrecken und unser himmlischer Vater selbst höchlich darüber erstaunen mußte. Aber Gott will von einer Nation, die er erhoben und so reich gesegnet hat, auch geehrt sein. „„Zu laufen hilft nicht schnell sein, zum Streit hilft nicht stark sein.“ “ Frevle Kinder, wie wir sind, müssen wir zurück zu dem Gott der uns gemacht hat. — Viertens; Gott will durch diesen Krieg unser politisches System läutern. Seit Jahren haben wir kaum irgend eine Gesetzgebung gehabt, die einer großen und christlichen Nation würdig gewesen wäre. Nichtswürdige, gottlose Leute haben Störung in unser politisches System gebracht, und das Ganze ist eine großartige Farce gewesen, ein verächtliches Jagen nach Aemter und Beute, ein Frevel gegen Gott und ein intelligentes Volk. Partheien, wie sie in diesem Lande bestanden, haben uns nahezu zu Grunde gerichtet, und wir erndten nun, was wir in dieser Hinsicht gesäet haben. Der Krieg wird endlich das Uebel heilen. Gute und ehrliche Männer werden wieder in die Aemter gewählt werden wie in den Tagen unsrer Väter, und die Nation wird gerettet werden. — Mehr noch: Gott will durch diesen Krieg Gesetz und Autorität wieder unter uns zur Kraft bringen. Dies war beinahe ganz verschwunden in Kirche und Staat, in der Familie, der Schulstube, der Gerichtshalle, den Rathshöfen der Staaten und der Nation, überall war die Kraft des Gesetzes nahezu dahin. Alle Achtung vor Alter, Ansehen und Amt war hinweg. Nun gibts nur zwei Wege, die Leute zu regieren: durch Constitution und Gesetze, oder durch Gewalt; durch Grundsätze und die Macht des Gewissens, oder durch's Bajonnet. Da die Gesetze aller Art ihre Kraft unter uns schier verloren hatten, unsere Freiheit in Zügellosigkeit ausgeartet war, und wir kaum mehr irgend eine Art von Regiment hatten, so war uns nichts übrig gelassen als die Macht des Schwerdtes. Aber dieser Krieg hat bereits der Nation die Augen geöffnet, und wird uns wieder zurecht bringen. Wann Gottes Absichten mit diesem Krieg erreicht, oder einem glücklichen Ausgang nahe sein werden, wird er enden, früher nicht.“ — C. Der „Lutheran and Missionary“ über Liturgie. So sehr wir es als verfehlt und ungeziemend rügen müssen, wenn man sich in einer Kirchlichen Zeitschrift, um dem Chorrock das Wort zu reden, unter anderem auch auf den „Beifall einer großen Zahl der wohlerzogensten Kirchgängerinnen“ berufen kann, wie dies in der Nummer vom 4. December des genannten Blattes geschieht, so freut es uns doch, daselbst auch so gesunde und richtige Ansichten über Liturgie ausgesprochen zu finden, wie die folgenden: „Eine Liturgie, die auf der Basis unsrer kirchlichen Bekenntnisse aufgebaut ist, und in ihren verschiednen integrirenden Theilen die scharfen Züge unseres Glaubens verkörpert darstellt, ist ein Bollwerk gegen Abirrungen in der Lehre. Je öfter die Gemeinde den ächten Ausdruck der lutherischen Grundsätze und Lehren hört, desto tiefer werden dieselben in ihre Herzen dringen, desto inniger sich mit ihren eigenen Gefühlen in eins verschmelzen. Dies wird die Kirche stärken wider die Wucht kirchlicher Stürme, die sie hin und her werfen gleich Schiffen, die von Kette und Anker gerissen sind.“ — C. „Ein religiöser Hund.“ Der Leser denkt gewiß bei dieser Aufschrift an eine Fabel und wundert sich, wie dieselben ihren Weg in „Lehre und Wehre“ gefunden habe. Nun, ists auch nicht eine lehrreiche Fabel, so ist doch die Sache eine lehrreiche Geschichte und ein schlagender Beweis, wie sich die Extreme berühren. Die ganze Schaar der puritanischen, schwarmgeisterischen und neulutherischen Sabbathsheiligen, die etwa vom dritten Gebot so viel verstehen wie ein blinder, bigotter Jude, würde sich ja freilich nicht genug wundern können, wenn sie in der K. G. läse, daß im grauen Mittelalter der blinde Aberglaube der Römischen fähig war, im Sprengel von Lyon selbst „einen Hund, der für das Kind seines Herrn kämpfte und starb, als einen Märtyrer und Kinderheiligen anzurufen.“ (S. Guericke, K. G. II, 243). Und doch, ist es nicht ganz demselben werkerischen Geist entsprungen, wenn der „Observer“ in der Nummer vom 12. December seinen Lesern unter obigem Titel die Geschichte eines sabbathfeiernden Hundes als eine erbauliche naturhistorische Merkwürdigkeit bieten darf und kann? So schreibt er nähmlich dem „Boston Journal“ nach: In der alten und schönen Stadt Chatham N. H. ist ein sehr merkwürdiger Hund, dessen Charakter und Benehmen die Bewunderung aller guten Leute erregen dürfte. An Wochen⸗