# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1863_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Correspondenz aus Böhmen. 25 Hofrath Zimmermann als Präsidenten und von Samuel Bell unterzeichnet. Derlei Erlasse tragen den Charakter rein politischer Ordonanzen an sich und enthalten kein Wort der Glaubensstärkung, des Trostes und der Ermahnung. Dazu kommt noch, daß der Oberkirchenrath faktisch unirt ist. Von einer Bekenntnißtreue der Prediger darf im Angesichte des Oberkirchenrathes keine Rede sein. Das ehemalige Consistorium führte anstatt des kl. luther. Katechismus den rationalistischen Katechismus von Pastor Schulek ein. Die Augustana war nur dem Namen nach in den böhmischen Gemeinden bekannt, bis solche im Jahre 1856 wortgetreu übersetzt und in Druck herausgegeben worden ist. Die Prediger waren an die rationalistische Wiener Agende von Glatz angewiesen und mußten sie obendrein dieselbe in die böhmische Sprache übersetzen. In den letzten Jahren gestattete man ausnahmsweise die würtembergische Agende zum Gebrauche. Noch muß bemerkt werden, daß der Wiener Oberkirchenrath die evangelischen Gemeinden in Böhmen und Mähren gar nicht kennt. Es hat sich noch keiner von den Wiener Herren so weit herabgelassen, eine böhmische Gemeinde zu besuchen, um sich von der Lage derselben persönlich zu überzeugen. Nun wie geht es den glaubens⸗ und bekenntnißtreuen Predigern unter einem solchen Kirchenregimente? Werfen wir einen Blick auf die deutschlutherische Gemeinde in Prag. Dort findest du, lieber Leser, einen lutherischen Prediger, Pfarrer Martius, der wegen seiner Glaubens⸗ und Bekenntnißtreue den größten Leiden von Seite des größeren Theils seiner dem modernen Geiste huldigenden Gemeinde ausgesetzt ist. Dieser gottesfürchtige Mann, der einem jeden lutherischen Prediger zum Muster dienen kann, leidet Schmach um des Namens JEsu Christi willen. Er klagt nicht darüber, daß er diese Schmach tragen muß; wäre er Missionar und würde ihm dieselbe von den Heiden widerfahren, willig würde er sie tragen; aber der Umstand verursacht ihm den größten Schmerz, daß ihm diese Schmach von einer christlichen Gemeinde widerfährt. Er predigt rein und lauter und mit freudigem Aufthun des Mundes das Wort Gottes, und doch sagt der Kirchenvorsteher dieser Gemeinde Dr. Leonhardi, daß die Prager Gemeinde die kirchliche Erbauung gänzlich entbehren muß. Wir empfehlen den lieben angefochtenen Bruder Martius der inbrünstigen Fürbitte aller Lutheraner Deutschlands, daß ihn der Herr stärken möge in seinem namenlosen Leiden. Beim Oberkirchenrath findet Pfarrer Martius keinen Schutz. Es wird ihm nur Pastoralklugheit empfohlen. Bekanntlich treten deutsche (lutherische und reformirte) Gemeinden in Oesterreich dem Gustav⸗Adolf⸗Vereine nach und nach bei. In Böhmen zeigt sich bis jetzt keine Lust dazu, weder bei den lutherischen noch bei den reformirten Gemeinden. Wir Lutheraner, müßten wir schon einem Vereine beitreten, so würden wir zu den Gotteskästen Deutschlands beitreten. Im Laufe dieses Jahres ist nun auch der gute Mecklenburgische Landes⸗